Mernyi: "Wir versprechen, Euer Vermächtnis fortzusetzen" (3)

Wer keine Erinnerung hat, hat auch keine Zukunft

Wien (ÖGB). "Wir, der Verein Mauthausen Aktiv Österreich wollen und werden diesen, euren Weg der unteilbaren Freiheit, der nationalen Achtung und Zusammenarbeit im Gedenken, auch in Zukunft gemeinsam gehen", sagte dessen Vorsitzender Willi Mernyi.++++

Die befreiten Häftlinge haben am 16. Mai 1945 im so genannten "Mauthausener Appell" die ideellen Werte der Lagersolidarität und des europäischen Widerstandes gegen den Faschismus zum Ausdruck gebracht und unter anderem bekundet: "...der vieljährige Aufenthalt im Lager hat in uns das Verständnis für die Werte einer Verbrüderung der Völker vertieft...", sagte Mernyi. Wie bereits Präsident Verzetnitsch verwies auch Mernyi auf den Satz: "Wer keine Erinnerung hat, hat auch keine Zukunft. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann auch die Zukunft nicht gestalten." Mernyi: "Immer wieder weisen die ehemaligen Häftlinge darauf hin, dass es die Jugend anzusprechen gilt, dass es gilt, um die Köpfe und Herzen unserer Jugend zu ringen. Wer, wenn nicht unsere Jugend, ist der Garant dafür, dass sich dieser Schrecken nie mehr wiederholen kann. Nicht in dieser, aber auch nicht in einer anderen Form.

Als Verein Mauthausen Aktiv Österreich, als Dachorganisation für die inzwischen schon fast 30 regionalen Gruppen, verspreche ich, dass, solange es euch möglich ist, zu kämpfen, dass wir diesen Kampf mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen werden und dass wir nicht müde werden, Veranstaltungen, Führungen, Jugendaktivitäten, Ausstellungen, Publikationen, Gespräche und Diskussionen gemeinsam mit euch durchzuführen.

Wir möchten euch aber auch versprechen, wenn es euch aus gesundheitlichen Gründen einmal nicht mehr möglich ist, diesen Kampf zu führen, dass wir ihn in eurem Sinne, im Sinne eures Vermächtnisses, im Sinne eures bisherigen Tuns und Handelns, im Sinne eures Mauthausener Appells immer weiter führen."

Man werde dafür eintreten, dass Mauthausen als Appell, als Stätte des Gedenkens, als Mahnmal erhalten werde, und man werde auch nicht müde werden, einzufordern. Mernyi: "Denn gerade die Republik Österreich ist aufgefordert, ihre Verpflichtung zu demokratischer Bildung und Erziehung wahrzunehmen und unabhängig zu tagespolitischen Entwicklungen die entsprechende Unterstützung und ausreichend Mittel für die Durchführung der Aufgaben zur Verfügung zu stellen und optimale Voraussetzungen für pädagogische Arbeit in Gedenkstätten zu gewährleisten."

Mernyi abschließend: "Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir durch euer Vermächtnis übernehmen. Wir übernehmen das Vermächtnis und sehen es als Leitbild für unsere zukünftige Arbeit:
'Niemals vergessen, niemals wieder'." (ew)

ÖGB, 7. Dezember 2000
Nr. 1074
(Schluss)

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