PricewaterhouseCoopers-Studie: Ökostrom-Zertifikate - EVU-Geschäftsfeld der Zukunft

Wien (OTS) - Auf Grundlage des Kyoto-Protokolles soll die Emission von Treibhausgasen in Österreich im Zeitraum zwischen 2008 und 2012 gegenüber 1990 um 13% gesenkt werden. "Die im Kyoto-Protokoll vorgesehenen flexiblen Instrumente - Emissionshandel sowie Förderung von umweltschonenden Gemeinschaftsprojekten in Zentral- und Osteuropa (Joint Implementation) - werden sich daher für österreichische EVU und Industrieunternehmen zu strategisch wichtigen Geschäftsfeldern entwickeln", so Walter Boltz, Mitglied der Geschäftsführung von PricewaterhouseCoopers Österreich.

Joint Implementation Programme in Osteuropa - Wettbewerbsvorteil für proaktive "First Mover"

Durch den bereits sehr hohen Anteil an erneuerbarer Energie am Gesamtenergieaufkommen in Österreich (bereits 72% der Elektrizitätsproduktion erfolgen auf Basis von Wasserkraft) wird es der Energiewirtschaft im Inland nicht leicht fallen, weitere signifikante Treibhausgas-Reduktionen zu erzielen. Auch die heimische Industrie ist in der Regel bereits so energieeffizient, dass eine deutliche Reduktion des CO2 Ausstoßes vielfach nur mit relativ hohen Kosten möglich sein wird.

Durch Investitionen in CO2-reduzierende Programme in Osteuropa (Joint Implementation) kann die heimische Industrie und Energiewirtschaft laut Boltz voraussichtlich mit rund einem Zehntel der Investitionssummen den gleichen anrechenbaren Reduktionseffekt erzielen wie in Österreich. Denn verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass die Grenzkosten für die Einsparung einer Tonne CO2 zwischen 40 Euro und 150 Euro liegen. Nachdem die besten Projekte (= Projekte, bei denen mit den geringsten Kosten die höchste Reduktion des CO2 Ausstoßes möglich ist) bald sehr begehrt sein werden, sollten österreichische Unternehmen bereits jetzt diesbezügliche strategische Überlegungen anstellen und sich intensiv mit den Problemen, Chancen und organisatorisch-technischen Voraussetzungen für solche Vorhaben beschäftigen.

Der Handel mit Emissionsrechten - ein Schritt in die richtige Richtung

Ein erster Schritt für die Nutzung flexibler Instrumente in Österreich sind die Kleinwasserzertifikate, die ab der Vollliberalisierung des Energiemarktes im Oktober 2001 auf den Markt kommen: Laut dem neuen Stromgesetz (ElWOG 2000) müssen ab 1.10.2001 8% der Gesamtenergieabgabe aus Kleinwasserkraftwerken (Leistung kleiner als 10 MW) stammen. Bei den Kleinwasserzertifikaten wird der erzeugte Strom zu Marktpreisen verkauft. Mit dem verkauften Strom werden Zertifikate generiert, die dann unabhängig vom Strom verkauft werden.

Damit entsteht ein unabhängiger, sekundärer Markt von rund 41 Mio Zertifikaten. Die Zertifikate werden über Internet gehandelt werden und sind elektronischer Natur. Unternehmen, die die vorgeschriebenen 8 % des Strombezuges aus Kleinwasserkraftwerken nicht mit Zertifikaten nachweisen können, müssen eine Ausgleichsabgabe in den Öko-Fonds der Länder einzahlen. PricewaterhouseCoopers entwickelt derzeit ein Konzept für den Zertifikatehandel, der in weiterer Folge auch internationalisiert werden sollte.

PricewaterhouseCoopers ist mit rund 155.000 Mitarbeitern in 152 Ländern der weltweit größte Professional Business Service Anbieter und gehört in Österreich mit ca. 500 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Beratungsunternehmen.

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