Fischer: Österreichs Geschichte mit "offenen Augen" betrachten

Wien (SK) "Auch wenn es schmerzlich ist", müsse die Rolle Österreichs in der Zeit des Nationalsozialismus "mit offenen Augen" betrachtet werden, betonte Nationalratspräsident Heinz Fischer im Rahmen einer Veranstaltung der "Österreichischen Lagergemeinschaft" und des Vereins "Mauthausen Aktiv Österreich" am Donnerstag im Parlament. Fischer reagierte mit dieser Klarstellung auf die in den letzten Wochen in der österreichischen Politik aufgekommene Auseinandersetzung um die Opfer- bzw. Täterrolle Österreichs in der Zeit des Nationalsozialismus. Es sei wahr, dass Österreich 1938 Opfer einer Annexion geworden ist, "aber hinter dieser Feststellung darf man keinen Punkt machen", unterstrich Fischer und erinnerte an "die vielen Österreicher, die mit dem Nazi-Regime sympathisiert haben". Der SPÖ-Abgeordnete und Präsident des ÖGB, Fritz Verzetnitsch, untermauerte dies, indem er dafür plädierte, nicht den "Mantel des Schweigens" über die Geschichte zu legen.****

"Es gibt Themen, die sind so sensibel, dass es auf jedes Wort ankommt", sprach sich Fischer für einen sorgsamen Umgang mit der österreichischen Geschichte aus und konterte damit den Vorwurf der "Wortklauberei". Verzetnitsch schlug in dieselbe Kerbe: "Unrecht wird nicht zu Recht, nur wenn man es mit anderen Worten beschönigt."

Man dürfe es sich nicht so leicht machen und einfach nur in die Zukunft schauen, unterstrich Verzetnitsch. Denn: "Wer wegschaut und schweigt, fordert die Geschichte heraus." Konkret bedeutete dies für Verzetnitsch, dass man jene, die gestern noch rassistische Plakate aufgehängt haben, heute nicht einfach ruhig arbeiten lassen dürfe.

Es gelte, nicht nur allen rassistischen Tendenzen entgegenzutreten, betonte Verzetnitsch. Gleichermaßen müsse man sich dagegen widersetzen, dass schwache und arme Menschen mit dem Verweis auf unsere Wohlstandsgesellschaft als kleine Gruppen abgetan werden. "Schließlich geht es um die Würde der Menschen." (Schluss) lm

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