Die Handelsumsätze stagnieren

Inflation dämpfte die Nachfrage - Bisher kaum Auswirkung auf die Beschäftigung

Wien (OTS) - Eine deutliche Abschwächung der Handelsumsätze ortet der Österreichische Sparkassenverband in seinem jüngsten Konjunkturbericht. Nachdem die Handelsumsätze im ersten Quartal des laufenden Jahres preisbereinigt um 4,9 Prozent und im zweiten um 3,6 Prozent gestiegen sind, blieben sie im dritten Quartal um 0,3 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Vom Umsatzrückgang sind der Kfz-Handel, der Großhandel und der Einzelhandel in ähnlichem Umfang betroffen. Der Kfz-Handel (inklusive Instandhaltung und Reparatur von Kfz) büßte im dritten Quartal des laufenden Jahres 5,5 Prozent seines Vorjahresumsatzes ein. Auch der Einzelhandel (-0,2 Prozent) blieb unter dem Vorjahresumsatz. Lediglich der Groß-handel erhöhte seinen Umsatz (+1,7 Prozent).

Im Kfz-Handel erreichte nur der Handel mit Kraftwagenteilen und -zubehör wieder seinen Vorjahresumsatz. Besonders von der Baisse betroffen waren Handel und Reparatur von Krafträdern (-17,4 Prozent). Die Tankstellen litten unter den hohen Treibstoffpreisen, ihr Absatz ging preisbereinigt um 10,2 Prozent zurück.

Recht unterschiedlich verlief die Geschäftstätigkeit der 25 Großhandelsabteilungen. Während die Nachfrage nach Bauelementen aus Metall und Installationsbedarf für Gas, Wasser und Heizung (+22,8 Prozent), nach elektrischen Haushaltsgeräten sowie Rundfunk- und Fernsehgeräten (+20,7 Prozent) und nach Werkzeugmaschinen (+18,1 Prozent) boomte, blieben die Umsätze von dreizehn Branchen weit unter dem Vorjahrsergebnis. Die höchsten Einbußen erlitten der Großhandel mit Haushaltswaren aus Metall und keramischen Erzeugnissen (-35,1 Prozent), mit Bekleidung und Schuhen (-15,9 Prozent) und mit Erzen, Eisen, Stahl und Nichteisen-Metallen (-12,6 Prozent).

Der Einzelhandel mit Büromaschinen, Computern und Büromöbel weitete seinen Umsatz um 24,7 Prozent aus, dicht gefolgt vom Einzelhandel mit Brennstoffen (23,2 Prozent). Während der Umsatz auf Märkten (+20,2 Prozent) stark zunahm, ging der Versandhandel zurück (-3,9 Prozent).

Der ungünstige Geschäftsgang des dritten Quartals schlug bisher nur wenig auf den Arbeitsmarkt durch. Im Durchschnitt des dritten Quartals beschäftigte der Handel 498.300 Personen, um 5.300 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr (+1,1 Prozent). Während im Kfz-Handel (+1,2 Prozent) und im Großhandel (+1,8 Prozent) die Zahl der Beschäftigten gestiegen ist, waren im Einzelhandel um 0,6 Prozent als im Vorjahr tätig.

Als Ursache für die schwache Umsatzentwicklung wird im Sparkassenverband der Preisanstieg und die Erhöhung von Steuern und Gebühren zur Jahresmitte genannt. Beide Faktoren haben sowohl die private Endnachfrage als auch die Nachfrage nach Vorprodukten gedämpft.

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