Sima zu BSE: Keine Sicherheit bei Jung-Rindern

BSE darf beim EU-Gipfel in Nizza kein Randthema sein

Wien (SK) "Keine Sicherheit bei Jung-Rindern" bieten die ab kommenden Jahr eingeführten BSE-Schnelltests, warnte Donnerstag SP-Umweltsprecherin Ulli Sima. Ab kommendem Jänner werden EU-weit jene Tiere getestet, die über 30 Monate als sind. "Sämtliche Tiere, die jünger sind als 2,5 Jahre - und von denen stammt der Großteil des Frischfleischs - landen somit weiterhin ungetestet auf unseren Tellern", stellt Sima fest. Laut wissenschaftlichen Annahmen sei der derzeit gebräuchliche BSE-Test bei jüngeren Tieren nicht sinnvoll, da die Konzentration der BSE-Erreger für eine Erkennung der Infektion noch zu gering ist. Es hätte allerdings schon vereinzelt Fälle gegeben, bei denen auch bei jüngeren Tieren durch stichprobenartige Schnelltests BSE diagnostiziert worden sei. "Diese Tatsache stellt ein bisher völlig ungelöstes Problem dar. Die riesige Lücke zwischen getesteten und ungetesteten Tieren muss so rasch als möglich geschlossen werden. Solange sie nicht geschlossen ist, scheint der einzige Ausweg ein Importstopp von Fleisch aus dem Ausland, das von ungetesteten, unter 30 Monaten alten Tieren stammt", so Sima. ****

Ab 1. Jänner 2001 sollen in Österreich jährlich rund 200.000 Rinder getestet werden, also jene Tiere, die über 30 Monate alt sind. Sima:
"Laut Schätzungen beläuft sich die Zahl jener Tiere, die jünger geschlachtet werden, auf rund 350.000 Stück pro Jahr. Und dennoch können auch diese Tiere infektiös sein, wenngleich Erreger noch nicht nachgewiesen werden können." Selbst wenn Österreich rund 40 Prozent seines Fleisches exportiere, gelangt sehr wohl auch ungeprüftes Fleisch aus dem Ausland in Österreichs Regalen. Der Importstopp für Rindfleisch aus Frankreich, wo in letzter Zeit vermehrt BSE-Fälle bekannt geworden sind, soll bereits ab Jänner wieder fallen.

Die Umweltsprecherin befürchtet, dass das Thema Rinderwahn beim derzeit in Nizza stattfindenden EU-Gipfel der Regierungschefs ein Randthema wird. Sima fordert Bundeskanzler Schüssel auf, die Problematik aus österreichischer Sicht zu thematisieren: "Die Konsumenten in ganz Europa sind massiv verunsichert und bedroht. Die verantwortlichen Politiker müssen alles für den Schutz der Konsumenten unternehmen. Viel zu lange wurde europaweit die Dramatik der Lage ganz einfach ignoriert", kritisiert Sima. Das Beispiel Großbritanniens verdeutliche die katastrophalen Folgen der bisherigen fahrlässigen Politik in Sachen BSE: "Jahrelang wurde vertuscht und verharmlost. Mit Scheinmaßnahmen wurde versucht, die Seuche in den Griff zu bekommen. Erfolglos, wie sich nun herausstellt", so Sima. "Wir alle müssen nun die Konsequenzen tragen. Bundeskanzler Schüssel muss im Sinne der österreichischen Bevölkerung auf weitere Schritte drängen", so Sima abschließend. (Schluss) ns

Rückfragehinweis: Ulli Sima, 0664/230 63 67

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