Oberstes Gericht Deutschlands verhängt Schächtverbot - wann folgt Österreich?

Wien (OTS) - Abermals hat ein Gericht gegen das Schächten entschieden: Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin urteilte, daß die Mitgliedschaft eines Muslims in einer Islamischen Religionsgemeinschaft nicht "die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung zum Schlachten eines warmblütigen Tieres am islamischen Opferfest rechtfertigt". Die Berliner Richter betonten, die rituelle Schlachtung eines Tieres am Opferfest falle zwar in den Schutzbereich des Grundrechts zur freien Religionsausübung; die Wahrnehmung dieses Rechts sei aber durch die allgemeinen Gesetze begrenzt, zu denen auch das grundsätzliche Schächtverbot gehöre.

Das Bundesverwaltungsgericht lehnte das Schächtbegehren der "Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen" (IRH) ab. In einer Presseerklärung dazu schreibt die IRH, dieses Urteil "zwinge die Muslime in eine quasi juristische Grauzone", was wohl soviel bedeutet, daß das Schächten weiterhin illegal betrieben werde. In seinem Urteil hält das Bundesverwaltungsgericht fest, "nach Aussagen kompetenter islamischer Institutionen gebe es keine zwingende religiöse Vorschrift, die einem Muslim den Genuß des Fleisches betäubt geschlachteter Tiere untersage". Dagegen ist den Juden in Deutschland das Schächten weiterhin erlaubt.

Schächten ist das betäubungslose Schlachten von Tieren, wie es Juden und Moslems noch immer praktizieren. Halsschlagader, Luft- und Speiseröhre des lebendigen Tieres werden mit einem Schnitt durchtrennt. Das Tier muß dabei vollständig ausbluten, da der Genuß von Blut in beiden Religionen weitgehend verboten ist. Diese Art des Schlachtens bedeutet minutenlange, entsetzliche Tierfolter mit schlimmsten Schmerzen und Erstickungsqualen. Zahlreiche Dokumente belegen, daß das Tier während des Schächtschnittes entsetzlich leidet, daß es nach der vollständigen Entblutung noch immer aufstehen möchte, um zu entfliehen, daß es, den Kopf erhoben, vergeblich mit den Füßen strampelt, bis es mit weit geöffnetem Maul grausamst erstickt.

Erst kürzlich hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg die Entscheidung getroffen, daß das staatliche Verbot des Schächtens keinen Verstoß gegen die Religionsfreiheit bedeutet. In Deutschland ist das Schächten bis auf wenige Ausnahmen untersagt (nach dem deutschen Tierschutz-gesetz dürfen warmblütige Tiere nicht ohne Betäubung getötet werden); vielerorts in Europa, z.B. in der Schweiz, in Schweden und in Norwegen, ist Schächten bereits strikt verboten. Es ist also hoch an der Zeit, daß endlich auch in Österreich ein generelles, landesweites Schächtverbot erlassen wird. Zudem bekräftigen wir unsere Forderung, die auch bereits im Tierschutz-Volksbegehren von 1996 (460.000 Unterschriften) erhoben wurde, Tierschutz in Verfassungsrang zu heben, um endlich ein faire Abwägung zwischen den Rechten der bislang weitgehend ungeschützen Tiere einerseits und der Freiheit von Religion, Kunst und Wissenschaft andererseits vorgenommen werden kann!

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