Mehr Rechte für Europäische Betriebsräte

Kernfrage beim Ausbau des Europäischen Sozialmodells

Wien (ÖGB). Der Europäische Betriebsrat (EBR) sei ein gutes, wenn auch noch unvollkommenes Instrument einer europäischen grenzüberschreitenden Interessenvertretung in Betrieb und Unternehmen. Dieses Resümee zog Reinhard Kuhlmann, Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB), im Rahmen der international besetzten Konferenz "Europäischer Betriebsrat" in Wien am Montag.++++

Viele grenzüberschreitende Übernahmen, Fusionen und Auslagerungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Verletzung von Informations-und Anhörungsrechten der ArbeitnehmerInnen. An dieser Stelle komme der Europäische Betriebsrat ins Spiel, so Kuhlmann. "Die ArbeitnehmerInnen dürfen nicht erst aus der Zeitung erfahren, dass ihr Job gefährdet ist. Daher müssen die ArbeitnehmerInnen rechtzeitig, vor der Entscheidung des Arbeitgebers, informiert werden."

"Der Eurobetriebsrat ist ein Pioniermodell grenzüberschreitender Information, Konsultation, Verhandlung und Vereinbarung in multinationalen Unternehmen in Europa", bringt Kuhlmann die Vorteile des Modells auf den Punkt. Aber es sei nötig noch besser mit dem EBR zu arbeiten. Auch die nationalen und internationalen Gewerkschaftsbünde müssten den EBR noch stärker unterstützen, forderte der Generalsekretär des EMB.

Dennoch könne er bereits auf eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz des Modells Europäischer Betriebsrat verweisen, so Kuhlmann. "Europäische Gewerkschaftsverbände haben bereits 600 Abkommen ausgehandelt. Allerdings machen laufende Restrukturierungen in Form von Mergers und Fusionen kontinuierliche Neuverhandlungen notwendig. Aber" - blickt Kuhlmann positiv in die Zukunft - "jenseits der schwachen verbrieften Rechte gelingt es mehr und mehr, in konkreten Fällen den Druck auf die Unternehmensleitungen zu erhöhen und eine eigene Dynamik zu entwickeln, um das Management zu Kompromissen zu bewegen." (hk)

ÖGB, 5. Dezember 2000
Nr. 1058

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