LEINER: SPITALSAUFNAHMEN UM DREI PROZENT GESTIEGEN - AUSBAU DES EXTRAMURALEN BEREICHS NOTWENDIG ÖVP-Abgeordneter will bundeseinheitliche Regelung für medizinische Hauskrankenpflege

Wien, 5. Dezember 2000 (ÖVP-PK) Die Gesundheitsreform wurde in den letzten Jahrzehnten leider nur halbherzig betrieben: Während es mit Einführung der Leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) 1997 zu einer Stabilisierung der Pflegetage kam, stiegen 1998 die Spitalsaufnahmen mit mehr als drei Prozent überproportional. Gründe dafür ortet der ÖVP-Fraktionsführer im Gesundheitsausschuss, Abg. Prim. Dr. Günther Leiner, in der fehlenden Reform außerhalb der Spitäler und den fehlenden notwendigen Strukturen wie Gruppenpraxen, Tageskliniken oder einer fehlenden besseren Finanzgrundlagen für die Ärzte. ****

Patientennäher und kostengünstiger als die stationäre Versorgung komme die Behandlung im niedergelassenen Bereich. "Deshalb setzen wir alles daran, den seit Jahren blockierten Ausbau der Gruppenpraxen und tagesklinischen Einrichtungen voranzutreiben. Um eine echte Entlastung der Krankenhäuser zu garantieren, müssten spezielle Fachgruppenpraxen (Zusammenschlüsse mehrerer Fachärzte gleichen Fachs) auch Tag und Nacht, an Wochenenden und Feiertagen, verfügbar sein. Die Planung könnte am besten von den Ländern, die sich an den Grenzen abzustimmen haben, organisiert werden, ist Leiner überzeugt.

Ein erster Schritt, der zumindest eine Gleichstellung des niedergelassenen mit dem stationären Bereich schaffe, wurde mit der Ambulanzgebühr gesetzt. "Ich verwehre mich gegen alle 'Gräuelmärchen' von der Spitzenmedizin, die sich nun niemand mehr leisten kann", so der Abgeordnete. Aufgrund der Ausnahmeregelungen werde es zu keinen Härtefällen kommen. Jeder dürfe kostenlos behandelt werden, wenn es sich beispielsweise um einen medizinischen Notfall handelt (Lebensgefahr oder eine folgende stationäre Behandlung), oder wenn Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden erforderlich sind, die außerhalb der Krankenanstalt in angemessener Entfernung vom Wohnort des Versicherten nicht in geeigneter Weise oder nur unzureichend zur Verfügung stehen, verwies Leiner auf einige Ausnahmen.

Leiner weiter: "Wenn es die vor allem von den sozialdemokratischen Kolleginnen und Kollegen an die Wand gemalte Zweiklassenmedizin heute gibt, dann ist sie in der regionale Verteilung der medizinischen Ressourcen zu suchen: Während Großstädter - wenn sie nicht gerade in den Randbezirken wohnen -relativ rasch ärztliche oder andere therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen können, haben es Landbewohner ungleich schwerer. Im Durchschnitt steht ein niedergelassener Arzt für 330 Einwohner in den Stadtregionen, aber für rund 850 Einwohner in den ländlichen Gebieten zur Verfügung." Bereits doppelt so hoch sei die Diskrepanz bei den Zahnärzten und rund fünf Mal so groß bei den Fachärzten. Deshalb soll der Ausbau des extramuralen Bereiches (Tageskliniken, Gruppenpraxen etc.) - wie im Regierungsprogramm vorgesehen - dazu beitragen, eine optimale Versorgung der Bevölkerung vor Ort auch mit Fachärzten und Therapeuten zu erreichen, meinte Leiner.

Der Abgeordnete wies zudem darauf hin, dass in den nächsten Jahren zusätzlich mindestens 100.000 pflegebedürftige Menschen zu Hause professionell versorgt werden wollen. Darauf müssten auch die Versorgungsziele der Länder abgestimmt und ihre Ausbaurate von zehn auf 20 Prozent erhöht werden. "Alle Menschen in Österreich sollen die gleiche Chance auf Betreuung und Pflege zu Hause haben Ich strebe deshalb eine bundeseinheitliche Regelung für die mobilen Dienste und die Hauskrankenpflege und eine entsprechende Finanzierung durch Sozialversicherungsträger und öffentliche Hand an", so Leiner.

Der Bereich "Gesundheit" werde als Wachstumsbranche am Arbeitsmarkt eingestuft. Vor allem Krankenversorgung und Pflege, Alten- und Behindertenbetreuung, Familien- und Heimhilfe, Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich sowie Problemgruppenbetreuung von Süchtigen bis Arbeitslosen zählten zu den aussichtsreichen Berufen. Leiner: "Für viele auch bereits bestehende Berufe ist aber weder das Berufsbild noch die Ausbildung zeitgemäß geregelt. Deshalb will die ÖVP eine rasche und umfassende Ausbildungsoffensive im Gesundheitsbereich." Er fordert unter anderem eine Regelung der Ausbildung aller Gesundheitsberufe, insbesondere der Rettungssanitäter, OrdinationsgehilfInnen, ZahnarzthelferInnen, Heilmasseuren sowie der Labor- und OperationsgehilfInnen und der mediznisch-technischen Fachdienste.
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