Antoni befürchtet Einführung von Schulgeld

SPÖ-Bildungssprecher: "Österreich hat kein Gold und keine Rohstoffe, die Köpfe unserer Kinder sind der Reichtum"

Wien (SK) SPÖ-Bildungssprecher Antoni äußerte gestern Abend bei einer Podiumsdiskussion anlässlich der Streiks an den AHS die Befürchtung, die blau-schwarze Regierung wolle nach Studiengebühren auch ein Schulgeld einführen. Er berief sich dabei auf diesbezügliche Aussagen der Koalitionsparteien im Budgetausschuss des Parlaments, wo unter anderem von Kostenbeiträgen an Akademien die Rede war. "Ich befürchte auch, dass in den nächsten Jahren tausende Lehrplanstellen an den Schulen abgebaut werden", so Antoni weiter. Er stellte klar, dass man seitens der SPÖ "in keiner Phase diesem sinnlosen Sparen zustimmen wird." Denn eines müsse man bedenken: "Österreich hat kein Gold und keine Rohstoffe, die Köpfe unserer Kinder sind der Reichtum." Der SP-Bildungssprecher kritisierte Blau-Schwarz auch dafür, die Sparmaßnahmen im Bildungsbereich ohne Diskussion beschlossen zu haben und nie mit Eltern und Schülern in Kontakt getreten zu sein. "Es hat keine sorgfältige Argumentation gegeben; deshalb ist es kein Wunder, dass sich die Betroffenen jetzt wehren." ****

"Der SPÖ ist Bildung viel wert", erläuterte Antoni. Darum scheine Österreich im OECD-Bildungsbericht auch an vorderster Stelle auf. "Das sagt nichts über die Bildungsentwicklung unter Blau-Schwarz aus, sondern das günstige Schüler-Lehrerverhältnis oder die mittlere Bezahlung unserer Pädagogen entstammen einer Regierung unter SPÖ-Kanzlerschaft." "In Bildung muss investiert werden." Antoni befürchtet auch, dass das Vorhaben des lebenslangen Lernens zurückgeschnitten werden könnte und sorgt sich um die Integration ausländischer Kinder in Wien: "Zwar müssen diese Kinder die deutsche Sprache erlernen, aber sie brauchen auch Betreuung in ihrer Muttersprache. Diese ist gefährdet, was einen Qualitätsverlust in der Bildung bedeutet. Denn Sparen ist hier Sparen an der Zukunft."

Antoni forderte zudem mehr Demokratie an den Schulen und die Möglichkeit, dass Schüler auch mit einem ‚Nicht genügend’ in die nächste Klasse aufsteigen können: "Wenn einer in Mathe negativ ist, warum darf er dann nicht zur Matura?" Der SPÖ-Bildungssprecher führte zu diesem Thema aus, dass er nicht verstehe, warum junge Menschen an ihrer schwächsten Stelle gemessen werden sollten. Als weitere SPÖ-Forderungen nannte der Parlamentarier eine Fremdsprachenoffensive und eine kritische Herangehensweise an die zweisträngige Sekundarschule.

Heftige Diskussionen löste der Regierungsbeschluss aus, wonach Klassenvorstandstätigkeiten nicht mehr mit einer Unterrichtsstunde abgegolten werden. Dazu meinte Antoni: "Ministerin Gehrer behauptet zwar, dass die Lehrer stattdessen 20.000 Schilling mehr pro Jahr bekommen. Das stimmt aber nicht." Abschließend äußerte er sich folgendermaßen: "Es gibt viel zu tun an den Schulen - die Regierung spart nur." (Schluss) re

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