Wieder Unfall auf Eisenbahnkreuzung: KfV-Tips für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen

Wien (OTS) - Wenn sich Straße und Schiene kreuzen, hat immer eine Vorrang: die Eisenbahn ? KfV unterstützt ÖBB-Schwerpunkt "Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen" Erst Sonntag Abend kam es nahe Blumau im steirischen Bezirk Fürstenfeld wieder zu einem folgenschweren Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang. Ein Fahrzeuglenker übersah einen herannahenden Regionalzug, sein Pkw wurde vom Zug gerammt. Die Feuerwehr mußte die vier Autoinsaßen aus dem Wrack schneiden - für eine Person kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Im Vorjahr gab es 76 Zusammenpralle mit Personenschaden zwischen Schienenfahrzeugen und Straßenverkehrsteilnehmern auf Eisenbahnkreuzungen (EBK). Die Bilanz dieser Unfälle: 18 getötete und 74 zum Teil schwer verletzte Straßenverkehrsteilnehmer. Im Vergleich zur Straßenverkehrs-Unfallstatistik (1999: 1079 Tote bei 42.348 Unfällen mit Personenschaden) erscheint diese Zahl zwar relativ gering, aber die Gefahr auf Eisenbahnkreuzungen darf nicht unterschätzt werden: Wenn es zu einer Kollision kommt, sind die Folgen oft schwerwiegend und die Straßenfahrzeuge haben immer das Nachsehen.

Richtiges Verhalten vor und auf Eisenbahnkreuzungen (EBK) Verboten ist:

  • Das Überholen auf einer EBK
  • Das Überholen mehrspuriger Kfz innerhalb von etwa 80 m vor bis unmittelbar nach einer EBK
  • Das Halten, Parken oder Umkehren auf einer EBK
  • Schranken zu umfahren

Eine EBK darf nur übersetzt werden, wenn kein Licht aufleuchtet, die Schranken vollständig (!) geöffnet sind und sich kein Schienenfahrzeug nähert. Ist eine Kreuzung nur mit Andreaskreuzen gesichert, muß man sich selbst davon überzeugen, daß sich kein Zug nähert. Schauen Sie genau und achten Sie auf akustische Signale! Vor einer Stoptafel auf jeden Fall stehen bleiben.

Warum passieren Unfälle auf Eisenbahnkreuzungen?

Das größte Problem ist die oftmals falsche subjektive Einschätzung der Gefahr auf einer EBK seitens der Straßenverkehrsteilnehmer. Sicherungseinrichtungen wie Schranken oder Lichtanlagen werden teilweise nicht ernst genommen und ignoriert, die Wartezeiten als zu lange empfunden. Die genaue Kenntnis des Fahrplans kann ebenfalls zu gefährlicher Sorglosigkeit der Straßenverkehrsteilnehmer führen. Wird ein Zug eingeschoben, kann das fatale Folgen für den unaufmerksamen Kreuzungsquerer haben. Die visuelle und akustische Wahrnehmung von Entfernungen kann zu subjektiven Fehleinschätzungen führen. Beeinträchtigte Wahrnehmung wie Schwerhörigkeit oder schlechtes Sehen ist eine Gefahrenquelle, nicht nur auf der EBK sondern auch im "normalen" Straßenverkehr. "Es ist wichtig, den Fahrzeuglenkern wie auch den Fußgängern immer wieder bewußt zu machen, wie gefährlich eine Mißachtung der Sicherungsanlagen bzw. zuwenig Vorsicht beim Queren der Schienen sein kann", warnt KfV-Dir. Dr. Othmar Thann.

Die vorrangige Frage ist: Wie kann man die Sicherheit an einer EBK optimieren bzw. wie kann man bei der Planung von Signalanlagen die vielfältigen Ursachen menschlichen Fehlverhaltens miteinbeziehen? Auf welche Reize oder Warnsignale reagieren Straßenverkehrsteilnehmer am besten? "Das sind einige der Fragestellungen, die KfV-Verkehrspsychologen gerne in einer Studie genauer untersuchen würden", so Dr. Thann. "Denn im Gegensatz zum Straßenverkehr darf die Verkehrssicherheit an Eisenbahnkreuzungen nicht halt machen."

Die Unfälle der Vorwoche im Detail: Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 14 Pkw-Insassen (davon 7 Lenker), 1 Traktor-Lenker und 1 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nicht angepaßte Fahrgeschwindigkeit (3), Vorrangverletzung (1), Überholen (3), Unachtsamkeit (1) und Sonstige (1) festgestellt werden. Bei drei Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 1 Fußgänger kam durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei drei Unfällen Mitursache. 6 der 12 Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang waren so genannte "Alleinunfälle".

3 tödlich verletzte Fahrzeuginsaßen waren nicht angegurtet.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

KfV-Pressestelle
Mag. Barbara Hofer oder Mag. Susanne Steinböck
Tel.: 01/71770-158 oder 225 DW
e-Mail: pr@kfv.or.at
Homepage: http://www.kfv.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KFV/OTS