FORMAT: SPÖ-Finanzsprecher Heindl mit 132 Millionen verschuldet

Private Immobiliengeschäfte bescheren SPÖ-Abgeordneten akute Finanznöte

Wien (OTS) - Kurt Heindl, Finanzsprecher der SPÖ im Parlament, hat mit privaten Immobiliengeschäften einen Schuldenberg von 132 Millionen Schilling angehäuft. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

FORMAT zitiert Heindl mit den Worten: "Es ist richtig, daß bei privaten Immobiliengeschäften meiner Familie in Summe Kredite in der Höhe von 132 Millionen Schilling aushaften." Wie das Magazin weiter berichtet, wurde dem Politiker seine zweite Karriere als Spitzenmanager der Maculan Holding zum Verhängnis: Wegen seiner Doppelrolle kassierte er bei Maculan nur 75 Prozent der üblichen Vorstandsgage, verzichtete angesichts der fälligen Politikerpension auf einen Maculan-Pensionsvertrag und durfte beim Börsegang der Maculan Holding 1990 im Gegenzug 120.000 Stück Aktien erwerben. Weil das Aktienpaket als Altersvorsorge gedacht war, finanzierte Heindl den Aktienkauf mit Krediten bei der Raiffeisenzentralbank (RZB).

Im zweiten Schritt gründete er dann laut FORMAT eine BPG Holding GmbH, die mit dem Erwerb von Immobilien die Altersversorgung des Politikers sichern sollte: den Hälfteanteil am Haus Naglergasse 7 im Herzen der Wiener City sowie ein 18.000 Quadratmeter großes Grundstück in Hinterbrühl bei Wien, wo die Familie Heindl eine Villa besitzt. Ende 1994 setzte Heindl dann einen Schritt, den er bis heute bereut: er lachte sich das Haus Neulinggasse 37 in Wien-Landstraße durch einen Kredit bei der PSK-Bank an, für den er 30.000 Stück seiner privaten Maculan-Aktien verpfändete.

Als die Aktie nach einem Höchstkurs von 1.700 Schilling durch den Konkurs über Nacht praktisch wertlos geworden waren, nahm das Drama laut FORMAT seinen Lauf. Heindls bittere Zwischenbilanz: "Ich kämpfe jetzt seit über vier Jahren um eine Lösung meines Problems. Offenbar rechnen nun ein paar Leute damit, daß ich aufgebe. Doch ich werde das durchstehen."

Als größter Problemfall entpuppt sich laut dem Magazinbericht Heindls Haus in der Wiener Neulinggasse 37, das mittlerweile im Besitz der BPG Liegenschaftsentwicklungs GmbH & Co KG steht. Einzige Gesellschafterin: Heindls Tochter Alexandra, 34. Geschäftsführer:
Vater Kurt. Das aufwendig renovierte Bürohaus, wo auch Österreichs größte Public Relations-Agentur, Wolfgang Rosams Publico, residiert, ist bis unter die Dachluke mit Pfandrechten der PSK-Bank eingedeckt:
in Summe 91 Millionen Schilling (siehe Faksimile).

Heindl konnte das Bürohaus bisher aus steuerlichen Gründen nicht verkaufen. Auch andere Versuche, Immobilien zu Geld zu machen, sind bislang gescheitert. So versucht der SPÖ-Finanzsprecher seit vier Jahren vergeblich, ein 18.000 Quadratmeter großes Grundstück nahe der Familienvilla in Hinterbrühl an eine Bauträgergesellschaft zu verklopfen. Neben den 91 Kredit-Millionen bei der PSK-Bank steht Heindls Häuser-Holding bei der Bank Austria mit weiteren 22 Millionen in der Kreide. Mit dem Geld hat er den Hälfteanteil am Haus Naglergasse 7 finanziert.

Wirklich haarig sind laut FORMAT 30 Millionen Kredit bei der RZB, die noch aus der Finanzierung der mittlerweile wertlosen Maculan-Aktien stammen. Der durch seine privaten Finanztroubles sichtlich gezeichnete Heindl setzt nun alle Hoffungen auf den Verkauf des Hauses Neulinggasse 37 und auf die Finanzfinessen der Bank Austria: "Laut Schätzgutachten ist das Haus 79 Millionen wert. Wenn alles klappt, wird es die Bank Austria Leasing noch vor Weihnachten kaufen und dann gleich wieder an uns zurückleasen."

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