FORMAT: Skandalöse Versäumnisse in der BSE-Bekämpfung Tierkörperverwertung vor dem Aus, Molterer kritisiert Rindfleisch-Gütessiegel, 78 Prozent aller Österreicher befürchten

BSE-Fälle in der heimischen Landwirtschaft Österreichs Tierkörperverwertungsanstalten droht Schließung

Wien (OTS) - Österreich trifft die Ausbreitung der tödlichen Rinderseuche BSE völlig unvorbereitet: Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, stehen die vier heimischen Tierkörperverwertungsanstalten, die für die Verarbeitung von Risikorindern verantwortlich sind, vor dem finanziellen Ruin. So schreibt Manfred Klug, Sprecher des Lebensmittel-Fachverbandes in der Wirtschaftskammer in einem FORMAT vorliegenden Brief an Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer wörtlich: "Eine weiterhin ausstehende Lösung der Kostenfragen für die Beseitigung des Risikomaterials würde dazu führen, daß die Unternehmen bereits in Kürze ihre Tätigkeit einzustellen haben." In seinem persönlichen Schreiben an den Minister warnt der hochrangige Kammerfunktinär vor einer "konkreten Insolvenzgefahr" für die vier Kadaververwerter.

Molterer im FORMAT-Interview: "Weg mit unseliger "A"-Plakette auf Fleischpackungen"

In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT kündigt Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer das Ende der traditionellen "A"-Plaketten auf Fleischverpackungen an. Bislang konnte sogar Rindfleisch aus den europäischen BSE-Kernzonen - mit dem vermeintlichen Qualitätssiegel versehen - ungehindert in Österreich verkauft werden. Einzige Bedingung: Die Importkühe mußten in Österreich geschlachtet und verarbeitet worden sein. "Dieses unselige System des rot-weiß-roten "A" im Fleischbereich muß schleunigst weg", so Molterer zu FORMAT. Auslöser für die Molterer-Ankündigung: "Dem Konsumenten wird vorgespiegelt, daß er heimisches Fleisch kauft, obwohl es in Wirklichkeit von ganz wo anders herkommen kann." Molterer spricht in diesem Zusammenhang von "unsinniger Pickerlvielfalt" und will künftig nur noch das AMA-Gütesiegel gelten lassen.

FORMAT-Umfrage: Bevölkerung befürchtet österreichischen BSE-Alarm

In einer repräsentativen Umfrage, die FORMAT in seiner jüngsten Ausgabe veröffentlicht, befürworten 81 Prozent aller Österreicher ein generelles Tiermehlfütterungsverbot. Wie die Befragung ergab, befürchten nicht weniger als 78 Prozent, daß auf kurz oder lang auch in Österreich BSE-Fälle auftreten werden - was sich markant auf das Konsumverhalten niederschlägt: 23 Prozent der österreichischen Bevölkerung wollen künftig weniger Rindfleisch essen.

FORMAT: Vergiftete Laborratten im Tiermehl

Offiziell bestand das Tiermehl, das in Österreich jahrzehntelang an Schweine und Hühner verfüttert wurde, zu 90 Prozent aus Schlachtabfällen und zu zehn Prozent aus unbedenklichen Tierkadavern. Nun bestätigt Rudolf Leitgeb, Leiter der Abteilung Tierernährung an der Wiener Universität für Bodenkultur im Gespräch mit FORMAT: "Auch in Österreich landeten vergiftete Laborratten im Tiermehl." Exakte Untersuchungen über daraus entstehende Schadstoffe in der Nahrung gäbe es allerdings keine.

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