Eröffnung des Kulturministerseminars - 2: Busek: Vielfalt der Kultur im Sinne einer Einheit

Duve: Jeder der behauptet, Kultur sei etwas Nationales, landet sofort in der Sackgasse

Wien (OTS) - Erhard Busek, Regierungsbeauftragter für EU-Erweiterungsfragen, sieht als Perspektive für die Zukunft drei gemeinsame Ziele: Stabilität in Europa, die Entwicklung von Demokratie und Gesellschaft und ein vereintes Europa. Man muss betrachten, die politisch notwendig ist. "Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, die alle Menschen betrifft. Gerade die Kulturpolitik bezieht sich auf Menschen. Der Mensch steht im Mittelpunkt und nicht die Wirtschaft", so Busek anlässlich der Eröffnung der Konferenz Donnerstag abend. "Für die Identität spielt Kultur eine wichtige Rolle. Aber ist sie jetzt ein trennendes oder ein verbindendes Element? Das ist die Gefahr und führt oft zu Missverständnissen."

Freimut Duve, Beauftragter der OSZE für die Freiheit der Medien, betrachtet die Multikultur aus philosophischer Sichtweise:. Die große Aufgabe für uns alle ist, die Sackgassen des 20. Jahrhunderts bei der Benutzung von Kultur für abschottenden Nationalismus aufzudecken und damit umzugehen." Duve spricht von der "Instrumentalisierbarkeit kultureller Bedürfnisse hin zu einem reduzierten Begriff von Kultur". Aus dieser Sackgasse gibt es keinen Ausweg mehr, denn "es gibt keine homogenen Gesellschaften mehr. Die Nichthomogenität aller Staaten ist die große Herausforderung." Europas Umgang mit der Gewalt im letzten Jahrzehnt hat aber auch etwas mit dem künstlich geschaffenen Bild vom Balkan in unseren Köpfen zu tun. "Deshalb ist eine der ganz großen Aufgaben - jetzt, wo wir friedlich zusammensitzen - dass wir unsere eigene kulturelle Hochnäsigkeit einmal überprüfen."

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