Eröffnung des Kulturministerseminars - 1

Morak: Kulturnetzwerke als Eisbrecherfunktion

Wien (OTS) - Seit gestern abend findet in der Universität für Musik und darstellende Kunst ein zweitägiges Kulturministerseminars über "Interregionale kulturelle Zusammenarbeit in Südosteuropa und im Mittelmeerraum" statt, das in dieser Form erstmals seit 10 Jahren organisiert wurde. In seiner Eröffnungsrede begrüßte Staatssekretär Franz Morak neben Walter Schwimmer, Generalsekretär des Europarates, Erhard Busek, Regierungsbeauftragter für EU-Erweiterungsfragen und Freimuth Duve, Beauftragter der OSZE für die Freiheit der Medien sowie Delegationen aus 17 Ländern des südosteuropäischen und des Mittelmeerraumes.

Nach den dramatischen Ereignissen und Konflikten, die die jüngste Geschichte Südosteuropas überschattet hat, sei nunmehr der richtige Zeitpunkt gegeben, um über die kulturelle Zusammenarbeit in Südosteuropa zu diskutieren. "Gerade der Kultur- und Kunstbereich kann im Wiederaufbau der so krisengeschüttelten Region in all seiner Vielfalt auf unterschiedlichen Ebenen seine Beiträge leisten" so Morak.

Angesichts der historischen Vergangenheit Österreichs und seinem Selbstverständnis fiele Österreich eine besondere Rolle zu, den Kulturaustausch mit den osteuropäischen Ländern zu forcieren. Ihm, Morak, sei schon seit seinem Amtsantritt als Staatssekretär für Kunst und Medien ein Anliegen gewesen, den persönlichen Kontakt mit seinen Amtskollegen herzustellen.

Nachdem sich Österreich im Rahmen des Europarates stets um die Aufnahme dieser Länder zur Europäischen Kulturkonvention 1954 bemüht hat, ist Morak überzeugt, dass Österreich mit der Ausrichtung dieses Treffens einen substanziellen Beitrag zur Stabilität in der Region Südosteuropa und auf europäischer Ebene leisten könne. Es sei von immenser Bedeutung, den kulturellen Austausch von Künstlern, Kulturinstitutionen und Kulturnetzwerken zu fördern und ihnen sowohl ideell, als auch materiell und administrativ Unterstützung angedeihen zu lassen. Durch diese Begegnung der Kulturschaffenden kann ein Abbau der bestehenden Vorurteile und Ängste erfolgen. "Kulturnetzwerke sind ein wesentliches Asset im Kulturaustausch" betonte Morak.

Österreich war auch eines der ersten Länder, das auf die politische Wende in Osteuropa im Kulturbereich mit der Gründung des Vereins Kulturkontakt im Frühjahr 1990 reagiert hat. Inzwischen fließen rund 50% des Budgets in südosteuropäische Projekte. vorstellbar wäre ein Kulturnetzwerk, eine Informationsdrehscheibe für den Künstler- und Kulturaustausch unter Nutzung der Neuen Medien.

Der Generalsekretär des Europarates, Walter Schwimmer ging auf die Probleme in der jüngeren Vergangenheit ein und bezog sich dabei auf die Konflikte in Südosteuropa. In dieser Region wurde Kultur beschämenderweise dazu benützt, um nationalistische Ideologien, Intoleranz und ethnische Säuberungen zu rechtfertigen. Die Konzepte einer multi-ethnischen Gesellschaft sind die Voraussetzungen für Frieden, Stabilität und Wachstum und sollten als unumschränktes Ziel betrachtet werden. Kultur sei daher wesentliche Säule der Arbeit des Europarates.

Schwimmer ging auch darauf ein, dass es Überlegungen gäbe, im Stabilitätspakt die Kultur als eigenen Bereich zu etablieren, um hier dem Stellenwert von Kultur in politischen Konflikten einen höheren Stellenwert beizumessen. "Wir alle bedauern, dass es bis jetzt nicht möglich war, die Kultur offiziell in den Stabilitätspakt aufzunehmen. Das heißt jedoch nicht, dass Kultur von der interregionalen Kooperation in dieser Region ausgeschlossen ist", betonte der Generalsekretär.

In diesem Zusammenhang stellte Schwimmer das Kulturprogramm des Europarates MOSAIC vor, das durch Workshops und Seminare den Kulturschaffenden der teilnehmenden Länder von administrativer und legistischer Hilfe bis zur Kulturmanagementausbildung anbiete und ein wichtigen Beitrag des Europarates zur kulturellen Zusammenarbeit in der Region Südosteuropas leiste.

Staatssekretär Morak sagte abschließend, dass er davon überzeugt ist, "dass die Kooperation im Rahmen eines kritischen, europaweiten, künstlerischen und kulturellen Dialogs eine wesentliche Voraussetzung für ein Zusammenleben in friedlicher und demokratischer Vielfalt darstellt."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Staatssekretariat für Kunst und Medien
Mag. Katharina Stourzh
Tel.: (01) 53115/2228
e-mail: katharina.stourzh@bka.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SKM/OTS