Kunz: Sparmaßnahmen der MA 12 bedrohen Mutter-Kind-Heime

Grüne: "Sollen 'Babyklappen' Wiener Sozialpolitik ersetzen?"

Wien (Grüne) - Fassungslos sind die Wiener Grünen nach dem Bekanntwerden der geplanten Einsparungen im Bereich privater Mutter-Kind-Einrichtungen: um knappe drei oder vier Millionen Schilling pro Jahr zu sparen, will die MA 12 mit 1.1.2001 ihre Zuschüsse für Mutter-Kind-Einrichtungen in Höhe von 1.500.- pro Person und Monat einstellen. "Das bedeutet in jedem Fall das Aus für die von diesen Einrichtungen geleistete Betreuungsarbeit", stellt die stv. Klubobfrau der Wiener Grünen, Alessandra Kunz, fest, und, schlimmer noch: "Frauen, die keinen Anspruch auf Sozialhilfe haben, z.B. weil sie Ausländerinnen sind oder weil sie (noch) verheiratet sind, werden sich das Wohnen in Mutter-Kind-Einrichtungen überhaupt nicht mehr leisten können. Auf sie wartet das Obdachlosenheim - das ist die Konsequenz aus der unverständlichen Sparpolitik des sogenannten Sozialamtes."

Konkret geht es um knapp hundert Frauen und ihre Kinder in derzeit sechs kirchlichen Mutter-Kind-Einrichtungen. Obwohl das Jugendamt eigene Betreuungseinrichtungen vor kurzer Zeit massiv verkleinert hat und derzeit nur mehr etwas mehr als dreißig Mutter-Kind-Stellen hat, sieht es grünen Recherchen zufolge keine Notwendigkeit, private Einrichtungen dieser Art weiterhin zu subventionieren. Wer Anrecht auf Sozialhilfe und Mietenbeihilfe hat, soll in Hinkunft damit auskommen müssen - wer keinen Anspruch hat, bleibt eben übrig. In den kirchlichen Einrichtungen werden aber viele Frauen betreut, die sogar durch das unterste Netz der sozialen Absicherung, die Sozialhilfe, durchfallen und völlig mittellos sind. Andererseits brauchen viele Mütter in dieser sensiblen Phase mit Kleinstkindern engmaschige Unterstützung, Beratung und Betreuung, eine nicht unbeträchtliche Anzahl ist vorübergehend nicht in der Lage, ihr Leben ohne Betreuung zu meistern. Kunz: "Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, die bisher gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Sozialamt und privaten Mutter-Kind-Einrichtungen aufzukündigen, ohne etwas Besseres vorbereitet zu haben."

Kunz: "Wien hat gerade um eine Million Schilling eine Babyklappe eingerichtet, um verzweifelten Müttern einen letzten Ausweg vor der Kindesweglegung anbieten zu können - aber drei Millionen Schilling für die Unterstützung von hundert Müttern sind uns zuviel?" Die Grünen appellieren an die zuständige Stadträtin Laska, die Entscheidung ihrer Behörde noch einmal zu überprüfen und dann zu revidieren. "Wir hoffen sehr, dass hier nicht ein Institutionenstreit auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen wird!", so Kunz abschließend.

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