Kontrolle statt Entscheidungsfreiheit

Der neue Weg der Regierung?

Wien (OTS) - Mit großer Empörung schließt sich der Verein Autonome Öster-reichische Frauenhäuser der Kritik an den Aussagen von Minister Herbert Haupt zur Fristenregelung an. Während auf frauenpolitischer Ebene dringendere Entscheidungen anfallen (z. B. Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, bessere Absicherung der Frauen am Arbeitsmarkt, Ausbau und ausreichende Finanzierung des Netzes an Beratungsstellen, soziale Absicherung der Frauen insbesondere Alleinerzieherinnen und und und ...), geht der neue Frauenminister mit einem Thema an die Öffentlichkeit, das längst Geschichte ist. Er bricht somit gleich nach wenigen Tagen die Versprechungen anlässlich seines Amtsantrittes, er werde sich für die Anliegen der Frauen einsetzen. Mit Wut und Enttäuschung müssen die Autonomen Frauenhäuser zur Kenntnis nehmen, dass sich Minister Haupt dem frauenfeindlichen Kurs der Regierung anschließt und versucht, alle Errungenschaften der letzten Jahre mit einem "Schlag" zunichte zu machen.

"Diese Doppelstrategie ist beschämend", so Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser. Einerseits würde die Abtreibungsfrage über dem "Umweg" behinderter Ungeborener neu aufgerollt, andererseits signalisiert Haupt Bereitschaft, die von BehindertensprecherInnen schon lange geforderten Gesetzesreformen umzusetzen. Es gehe ihm aber offensichtlich darum, die Fristenregelung erneut in Frage zu stellen. Die Forderung, Männer zwingend in die Entscheidung über eine Abtreibung einzubeziehen, kann zu massiven Einschränkungen weiblicher Entscheidungsfreiheit und letztendlich auch zu Bevormundung führen.

Gerade die tägliche Arbeit im Frauenhaus macht deutlich, wie wichtig ein unabhängiges Leben für Frauen ist. Nur wenn sie die Chance haben, ihre Existenz in die eigene Hand zu nehmen, ist es möglich, einen Weg aus Gewaltbeziehungen und menschenunwürdigen Lebensverhältnissen zu finden. Durch die Entscheidungsbefugnis des Mannes in existentiellen Situationen wird für viele Frauen das Leben zu einem unerträglichen Leidensweg.

Nach der Einführung der gemeinsamen Obsorge plant die Regierung augenscheinlich den nächsten Schritt, Frauen in eine menschenverachtende Abhängigkeit zu drängen.

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