E-Wirtschaft: Lohn- und Gehaltsverhandlungen abgeschlossen

Abschluss durch Druck aus Betrieben erreicht

Wien (GMT, GPA - Sektion Industrie und Gewerbe/ÖGB). Die Verhandlungen von Metallergewerkschaft und GPA, Sektion Industrie und Gewerbe mit Arbeitgebervertretern der E-Wirtschaft über Lohn-und Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten kamen am Abend des 30. November zu einem Abschluss.++++

Die Ist-Gehälter bzw. -löhne steigen um einen Sockelbetrag von
ATS 200,- plus 2,3 Prozent.
Der Kollektivvertrag gilt rückwirkend mit 1. November 2000. Die kollektivvertraglichen Mindest-Gehälter bzw. -löhne steigen für Arbeiter um 3,7 Prozent und für Angestellte um 3,0 bis 3,7 Prozent. Der neue monatliche Mindestlohn beträgt ATS 16.121,- Die Zulagen und Taggelder werden im Schnitt um 2,7 bis 3,7 Prozent erhöht, die Lehrlingsentschädigungen werden um 3,4 Prozent erhöht.

Im Rahmenrecht wurde, wie in der Metallindustrie, eine
Vereinbarung über die Altersteilzeit geschlossen, außerdem gibt es Verbesserungen bei der Anrechnung von Karenzzeiten und bei Dienstreiseregelungen für Auslandseinsätze. Für Arbeiter wurde, ebenfalls wie in der Metallindustrie, die Einführung des Monatslohns vereinbart.

Spielraum für Unternehmen

Durch Betriebsvereinbarung kann die Lohnsumme innerbetrieblich um 2,5 Prozent erhöht werden, 0,4 Prozent können individuell verteilt werden, mindestens jedoch 2,1 Prozent. Sockelbetrag und Mindestbetrag sind auch hier anzuwenden.

Wie bereits im letzten Jahr wurde auch heuer eine Optionsmöglichkeit zur betrieblichen Beschäftigungssicherung vereinbart. Durch Betriebsvereinbarung können 0,8 Prozent der Lohnsumme zur Beschäftigungssicherung verwendet werden. In diesem Fall ist der Sockelbetrag sowie Mindestbetrag anzuwenden, der Erhöhungsprozentsatz beträgt 2,0 Prozent.

Der neue Kollektivvertrag gilt für rund 7.500 Arbeiter und 10.000 Angestellte in den heimischen Elektrizitätsversorgungsunternehmungen.

Die Kollektivvertragsverhandlungen waren von
Betriebsversammlungen in ganz Österreich begleitet. Im Zwei-Stunden-Takt nahmen mehrere tausend Beschäftigte an den Informationsversammlungen teil und verabschiedeten dabei Resolutionen mit der Forderung nach raschen und konstruktiven Verhandlungen. Grund für diese Maßnahme waren die vorangegangenen Verhandlungen am 7. bzw. 15. November, in deren Verlauf die Arbeitgeberverhandler wenig Spielraum und wenig Verständnis für die Anliegen der Arbeitnehmerseite erkennen ließen. Der Druck aus den Betrieben hat schließlich dazu geführt, dass eine akzeptable Einigung erzielt werden konnte. (aw)

ÖGB, 1. Dezember 2000
Nr. 1047

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