"Old" versus "New" Economy: Fallstudien eines Überganges

Wien (OTS) - Die New Economy wird sowohl in der alten als auch in der sogenannten Neuen Ökonomie die traditionellen Regeln des Wirtschaftens grundlegend verändern. Die Unternehmen sind gefordert, sich eher früher als zu spät darauf einzustellen. Diese Umstellungsprozesse sind erheblich einschneidender als die Euro-Umstellung. Wichtige Beispiele lauten:

- Die Märkte werden neu definiert und abgegrenzt

Portale öffnen den Blick in neue Märkte, Transaktionen laufen auf elektronischen Marktplätzen ab. Die Umsatzvolumina auf diesen elektronischen Märkten in Europa werden für 2004 auf USD 2500 Mrd. geschätzt. Beispiele solcher B2B-Marktplätze sind Covisint für die Automobilindustrie, chematch oder chemconnect für Chemie, fruchtnetz.de für Lebensmittel, europapier.at für die Druckerbranche, austria-power.com für Stromhandel, promedix.com für Gesundheitsartikel usw. Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen entscheidet sich also zunehmend dadurch, ob sie auf solchen Märkten präsent und aktiv sind.

- Durch solche Märkte eröffnen sich Chancen auf der Beschaffungsseite (e-procurement)

Bisherige Erfahrungen belegen, dass hier doch noch deutliche Einsparungen möglich sind. Größenordnungen liegen bei 5 bis 10 %, manchmal darüber.

- Auch Unternehmen definieren sich neu

Zwar werden virtuelle Unternehmen nicht die Regel sein, aber lockerere Unternehmensverbünde finden sich immer häufiger, Was zählt, ist das Poolen von Kompetenzen und das Kreieren von Wertschöpfungsketten. Auch die Konzepte von Marktbeherrschung bekommen dadurch einen neuen Sinn (was die EU-Kartellbehörden deutlich zu spüren bekommen).

- Die Distributionsstufen organisieren sich neu

Die traditionelle Dreigliederung Produktion, Großhandel, Einzelhandel löst sich auf, wenn Internet-Broker Großhandelsfunktionen übernehmen oder vom Konsumenten "im Netz" direkt, also B2C eingekauft wird.

- Die Bedeutung von (angeblich) immateriellen Investitionen steigert sich

Investitionen in Netze, Software, Bildung - also die Wissensbasis - ist das Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit in der New Economy. Wer glaubt, dass dies mit geringem Aufwand verbunden ist, irrt gewaltig. Internationale Konzerne investieren sogar in der Größenordnung von hohen sechsstelligen Millionenbeträgen.

- Modelle der Kundenbindung müssen neu erfunden werden

Zwar lautet der Überbegriff nach wie vor CRM (Customer Relations Management); wer aber je im Netz gesurft hat, weiß, welche Tricks aufgeboten werden, um den User zum Verbleib und zum Wiederkommen auf der Seite zu veranlassen.

- Die Entlohnung und Arbeitsmarktrelationen ändern sich

Arbeitsmarktflexibilität, früher oft nur ein Schlagwort wird im Internet-Zeitalter eine Notwendigkeit. Zeitbezogene Entlohnungsformen werden ersetzt durch Anteile am Unternehmensgewinn (Stock Options), so dass von Shared Capitalism gesprochen werden kann.

- Logistik ist eine notwendige Voraussetzung für e-business

War die traditionelle Logistik noch vergleichbar mit Transport, so wird die e-Logistik eine High Tech Industrie, welche Bestellvorgänge, Lagerhaltung und Just in Time Lieferung integriert.

Anlässlich der Präsentation von "industrie aktuell" 4/2000 diskutierten Dkfm. Alfred Reiter, Generaldirektor und Vorsitzender des Vorstandes der Investkredit Bank AG und Univ. Prof. Dr. Werner Clement, Geschäftsführer des Industriewissenschaftlichen Instituts an Hand der Fallstudien Wienerberger und red-stars.com mit DI Michael Bicsik, Leiter E-Competence Center, Wienerberger Baustoffindustrie AG und Mag. Peter Schönhofer, Chief Financial Officer, Mitglied des Vorstandes, red-stars.com data AG.

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