TRAUERSITZUNG DER ÖVP-BUNDESRATSFRAKTION IN GEDENKEN AN ENGELBERT SCHAUFLER

Ludwig Bieringer hält Trauerrede beim Begräbnis des verstorbenen Politikers =

Wien, 1. Dezember 2000 (ÖVP-PK) Tief betroffen nahmen heute die Mitglieder der ÖVP-Bundesratsfraktion an einer Trauersitzung im Gedenken an Engelbert Schaufler teil, der am 20. November unerwartet verstorben ist. Schaufler, bis zuletzt Präsident des Österreichischen Landarbeiterkammertages, war seit 1993 niederösterreichisches Mitglied des Bundesrates und zuletzt auch stellvertretender Fraktionsobmann im ÖVP-Bundesratsklub. Das Begräbnis des Verstorbenen findet ebenfalls heute, Freitag in seiner Heimatgemeinde Schwechat-Mannswörth statt.****

"Der Tod durchschneidet Bande, die bisher vieles verbunden haben", sagte der Vorsitzende der ÖVP-Bundesratsfraktion, Ludwig Bieringer, in der Trauersitzung. "Ein liebenswürdiger, loyaler, von Solidarität geprägter Kollege hat uns auf dieser Erde verlassen. Unser Mitgefühl gehört den Angehörigen, besonders Frau Johanna Schaufler und den beiden Kindern Jutta und Erwin. Wir fühlen mit Ihnen und gedenken eines großen Menschen".

In Form eines Briefes nimmt Bieringer "von meinem Freund und Kollegen Engelbert Schaufler Abschied". Diesen Brief wird Bieringer auch bei seiner Trauerrede am Grab Schauflers verlesen:

Lieber Engelbert!

Du hast am 20. November 2000, 59 Jahre und neun Tage nach Deiner Geburt, für immer die Augen geschlossen. Dein Leben war nicht immer leicht, Dir ist nichts in den Schoß gefallen, sondern Du hast mit Zähigkeit, Fleiß und Zielstrebigkeit an Dir gearbeitet und viele Sprossen erklommen, ohne dass Du die übliche Ellbogentechnik angewandt hast.

Du bist 1977 zum Kammerrat der Niederösterreichischen Landarbeiterkammer gewählt worden, von 1987 an warst Du deren Präsident und darüber hinaus Präsident des Österreichischen Landarbeiterkammertages.

1993 hat Dich der Niederösterreichischen Landtag in den Bundesrat entsandt und mit dem Ausscheiden von Herbert Schambeck hat Dich der Niederösterreichische Landtag zum erstgereihten Bundesrat gewählt. Du hast Dich gefreut und wärst am 1. Juli 2001 unser Präsident des Bundesrates geworden. Leider ist Dir die Ausübung dieses Mandats nicht mehr ermöglicht worden.

Du wurdest aber gleichzeitig zu meinem Stellvertreter als Fraktionsobmann der Bundesräte gewählt und in das Präsidium des Parlamentsklubs entsandt. Funktionen, die Du mit Loyalität, Solidarität und Kollegialität ausgeführt hast. Du warst einer der Verlässlichsten, denn auf Dich hat man sich hundertprozentig verlassen können. Im Plenum des Bundesrates hast Du 75 mal das Wort genommen und sehr eindrucksvoll, vor allem bei sozialen Belangen, gesprochen. Bei Dir wußte man, dass Du es so meinst, wie Du es gesagt hast.

Du warst ÖAAB-Mandatar und Christgewerkschafter, mit einem sozialen Gedankengut beseelt, das leider Gottes in der heutigen Zeit vielen fehlt. Als Dein Grundsatz galt: "Hilf dem Schmächtigen, der Mächtige kann sich selbst helfen". Du warst eine Persönlichkeit, die man heute in unserer materialistischen Zeit leider nur mehr selten findet.

Ich habe Dir, lieber Freund, in mehrfacher Hinsicht zu danken.

Ich danke Dir zum Ersten im Namen unseres Bundesparteiobmannes Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel, unseres Klubobmannes Univ.-Prof. Dr. Andreas Khol, des Bundesobmannes des ÖAAB Nationalratspräsident Dr. Werner Fasslabend, des gesamten Bundesparteivorstandes und des Bundesvorstandes des ÖAAB für Deine exzellente Arbeit im Sinne der Mitmenschen und für all das, was Du für unsere Gesinnungsgemeinschaft eingebracht und durchgeführt hast.

Zum Zweiten danke ich Dir im Namen des Präsidiums des Bundesrates und des im Ausland weilenden Präsidenten Johann Payer sowie als Fraktionsobmann der ÖVP-Bundesräte für Deinen Mut, Deine Kameradschaft, Deine Freundschaft, Deine Hilfsbereitschaft, Deine Verlässlichkeit, kurzum für all Dein Handeln in Wort und Tat.

Und ich danke Dir zum Dritten als unserem Freund für Deine Menschlichkeit, Loyalität und Solidarität, die Du für uns immer aufgebracht hast.

Lieber Engelbert, ich halte ausdrücklich fest, Du hast Dich um den Parlamentsklub der ÖVP verdient gemacht. Hier und heute darf ich Dir versichern, dass wir Deiner stets ehrend gedenken und Dich niemals vergessen werden. Ruhe in Frieden!"
(Schluss)

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