"Kleine Zeitung" Kommentar: "Wenn nix da is'" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 01.12.2000

Graz (OTS) - Der Triumph von FPÖ-Politikern, die Spitzelaffäre werde sich bald als Komplott gegen die Freiheitlichen herausstellen und in "Luft auflösen", ist zumindest verfrüht.

Auch wenn Jörg Haider die Vorwürfe gegen ihn und seinen Leibwächter Horst Binder als "jämmerlich zusammengebrochen" ansieht, bleibt immer noch zu klären, wer denn Interesse daran gehabt haben kann, Binder einen gefälschten Brief unterzujubeln.

Von ähnlichen Entlastungsmomenten wie im Fall Haider/Binder (der infolgedessen dann gar kein "Fall" mehr wäre) ist bei der Wiener FPÖ bisher nichts bekannt worden.

Andererseits ist auffallend, wie Staats- und Oberstaatsanwaltschaft bemüht sind, die Stimmung zu dämpfen. Der jüngste Auftritt der beiden Staatsanwälte kann schwerlich anders verstanden werden, denn als Versuch, zu hohe Erwartungen auf spektakuläre Anklagen zu dämpfen.

Sehr eilig kann es die Anklagebehörde überdies nicht haben, wenn der wichtigste Zeuge und zwei Verfolger zugleich auf Urlaub sein können.

"Wenn nix da is', wird es bald Einstellungen geben". Das war zwar kondizional formuliert, klang aber sehr wie eine Vorhersage.

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