Gradwohl: 2,4 Milliarden mehr Agrarbudget - und nichts dabei für die Konsumenten

Österreich soll europäische Pole-Position in biologischer Landwirtschaft ausbauen und damit BSE-Gefahr entgegenwirken

Wien (SK) Im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag empfahl SPÖ-Landwirtschaftssprecher Heinz Gradwohl trotz der durch die BSE-Krise getrübte Stimmung der Österreichischen Bevölkerung Optimismus :"In der Krise unsere Chance nutzen", lautete sein Motto. Konkret forderte Gradwohl den Ausbau der österreichischen Pole-Position in der biologische Landwirtschaft, was zu einer Minimierung des BSE-Risikos führen werde, wie Gradwohl überzeugt war. Eine Forderung, der man eigentlich nicht widersprechen kann, könnte man glauben. De facto beweise die Regierung mit ihren Budgetvorgaben für das Agrarbudget Gegenteiliges, kritisierte Gradwohl. Denn: "Trotz der 2,4 Milliarden mehr im Agrarbudget passiert nichts um den Konsumentenwünschen und den Chancen der Österreichischen Landwirtschaft gerecht zu werden."****

"Nicht hinter verschlossenen Türen über die Gefahren von BSE diskutieren", setzte sich Gradwohl für "offene, vertrauensbildende Maßnahmen" ein. Denn: "Die europäischen Konsumenten haben ein Recht, informiert und vertreten zu werden." Derzeit passiere das Gegenteil:
Im EU-Hauptausschuss werden die Bauernminister wieder ihre eigenen Interessen vertreten, die Konsumenteninteressen und die kleinbäuerliche Landwirtschaft werden dabei auf der Strecke bleiben, wies Gradwohl auf den massiven Einfluss der Agrarlobbys hin.

Die SPÖ wolle mit ihrem Einsatz für die Sicherheit der Konsumenten eine Vorbildfunktion einnehmen, indem sie einen umfangreichen Maßnahmenkatalog für die Sicherheit der Konsumenten vor BSE präsentierte: Obenan standen die Forderungen nach einer "Verbesserung der Kontrollen", nach "flächendeckenden Tests", nach einer "raschestmöglichen Umsetzung des Fütterungsverbots von Tiermehl", nach "mehr Mittel für die Risikoforschung" und - last but not least -nach einer "Veränderung der Förderpolitik".

Mit Entrüstung stellte Gradwohl fest, dass es zum ersten Mal ein Budget gebe, das eine Förderung der biologischen Landwirtschaft definitiv ausschließe und den Bioverbänden die Unterstützungen kürze. Dafür werde weiterhin die Fläche und die Quantität der Tiere gefördert und die Anzahl der Tiere pro Fläche erhöht, kritisierte Gradwohl die Förderungspraxis der Regierung, welche den Garanten für sichere Lebensmittel, den Biobauern und überhaupt der kleinbäuerlichen Struktur nicht gerade entgegenkomme.(Schluss)lm

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