GATTERER: ZULASSUNG DER STERBEHILFE IN HOLLAND WIDERSPRICHT DER EUROPÄISCHEN MENSCHENRECHTSKONVENTION

Appell an holländischen Senat, Gesetz nicht anzunehmen =

Wien, 30. November 2000 (ÖVP-PK) "Das Gesetz zur Zulassung der Sterbehilfe in Holland, das vom niederländischen Parlament beschlossen wurde, widerspricht eindeutig der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK)", erklärt ÖVP-Abgeordnete Edeltraud Gatterer, Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Sie richtet daher einen dringenden Appell an den holländischen Senat, dieses Gesetz nicht anzunehmen.****

"Artikel 2 der EMRK besagt, dass das Recht auf Leben eines jeden unter gesetzlichem Schutz stehen und niemand vorsätzlich seines Lebens beraubt werden soll und statuiert damit ein Grundrecht auf Leben, das natürlich auch für todkranke und sterbenden Menschen seine Gültigkeit hat. Dieses Recht hat jeder der 41 Mitgliedsstaaten des Europarates zu garantieren, selbstverständlich auch Holland", so Gatterer.

Edeltraud Gatterer hatte dem Europarat im Vorjahr einen vielbeachteten Bericht über die Rechte Todkranker und Sterbender vorgelegt, in dem sie sich unter anderem neben der Ausdehnung der Möglichkeiten der Palliativmedizin, der Patientenrechte und der Hospizeinrichtungen ausdrücklich gegen die Zulassung der Sterbehilfe ausgesprochen hat.

"Die Parlamentarische Versammlung des Europarats hat im Juni 1999 auf Basis meines Berichts eine Empfehlung an alle Mitgliedsstaaten angenommen, das Verbot der vorsätzlichen Tötung von Todkranken und Sterbenden aufrechtzuerhalten", erklärte Gatterer. Umso unverständlicher ist es für sie, dass nun Holland als erstes Land aktive Sterbehilfe für zulässig erklärt.

Für die Abgeordnete darf der Wunsch eines Todkranken zu sterben keine gesetzliche Rechtfertigung zu dessen Tötung durch andere darstellen. "Eine Aufweichung des Tötungsverbotes würde unabsehbare Konsequenzen nach sich ziehen und den Druck auf Todkranke, anderen nicht zur Last zu fallen, unweigerlich erhöhen."

Vielmehr müsse es Todkranken ermöglicht werden, schmerzfrei, nicht allein gelassen und unter größtmöglicher Achtung ihrer Menschenwürde zu sterben. Um auch in Österreich entsprechende Schritte in dieser Richtung zu forcieren, wird auf ÖVP-Initiative zu diesem Thema eine Enquete im Parlament vorbereitet.
(Schluss)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK/ÖVP-PK