ÖAMTC warnt: Besondere Vorsicht bei einröhrigen Tunnel!

Zwischenfälle im Tauerntunnel wegen Umbauarbeiten

Wien (ÖAMTC-Presse) - Im Zuge von elektronischen Umbauarbeiten ist es in den letzten Tagen beim Tauern- und dem Katschbergtunnel zu Zwischenfällen gekommen. Der ÖAMTC mahnt daher zu besonderer Vorsicht beim Befahren von einröhrigen Tunnel mit Gegenverkehr und appelliert an die zuständige Ministerin Monika Forstinger, rasch das Sicherheitskonzept für Österreichs Straßentunnel umzusetzen.

Im Tauerntunnel wird derzeit die gesamte Leittechnik, also das Zusammenspiel der Sicherheitselektronik, erneuert, ohne dabei den Verkehr durch den Tunnel zu unterbrechen. Dabei kam es diese Woche zu Störungen der Ampelanlage - die Ampel am Nordportal zeigte Grün statt Rot - und gleichzeitig konnte die Tunnelzentrale die Autofahrer weder über Lautsprecher noch über die Einsprechmöglichkeit im Autoradio vor dieser gefährlichen Situation warnen, weil die elektronische Steuerung verrückt spielte. So konnte es nicht verhindert werden, dass zwei Sondertransporte mitten im Tunnel aufeinander trafen und nachkommende Autofahrer ungebührlich lange im Tunnel gefangen waren.

Das Leitsystem im Tauerntunnel hätte nach Fertigstellung der zweiten Tunnelröhre, die für 1993 geplant war (!), erneuert werden sollen. ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke: "Trotz der verheerenden Katastrophe am 29. Mai 1999, bei der zwölf Menschen im Tauerntunnel verbrannt sind, wurde bis zum heutigen Tag kein Baubeschluss für eine zweite Röhre gefasst. Außerdem würde im Katschbergtunnel, der auf der gleichen Route liegt, ein Brandfall genauso tragisch wie im Tauerntunnel enden, weil das Lüftungssystem noch immer nicht modernisiert worden ist." Der ÖAMTC fordert daher den raschen Umbau des Katschbergtunnels, der aber auf keinen Fall ohne Tunnelsperre durchgeführt werden darf.

Der Club warnt davor, sich bei der Fahrt durch einröhrige Tunnel hundertprozentig auf grüne Ampelsignale zu verlassen und rät, im Tunnel unbedingt auf Sicht zu fahren, damit vor einem Hindernis jederzeit sicher angehalten werden kann. Matzke: "Leider kommt es immer öfter vor, dass ungeduldige Lkw-Fahrer auch die roten Ampeln vor Tunneleinfahrten ignorieren. Man sollte sich auf keinen Fall dazu verleiten lassen, diesen Fahrzeugen in den Tunnel zu folgen."

Der ÖAMTC hat die besten Tipps für eine sichere Fahrt durch den Tunnel zusammengefasst:
- Tanken Sie rechtzeitig! Bei jedem zweiten Notfall sind wegen Spritmangel liegengebliebene Fahrzeuge im Spiel. Außerdem: "Aufs Tanken vergessen" kann vor Gericht als Fahrlässigkeit ausgelegt werden.
- Schalten Sie das Licht ein und nehmen Sie die Sonnenbrille ab.
- Schließen Sie alle Fenster und stellen Sie die Lüftung auf Umluft. - Halten Sie Tempolimit und Abstand - mindestens 50 m - ein, fahren Sie aber auch nicht zu langsam.
- Halten Sie für alle Notfälle Ihre Wertsachen in einem Rucksack bereit.
- Stellen Sie Ihr Autoradio auf Ö3, nur dieses Programm wird in Tunnel übertragen.

Bei plötzlichem Stau:
- Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und bleiben Sie mit Abstand stehen.
- Überfahren Sie in einröhrigen Tunnel nie die doppelte Sperrlinie!

Wenn doch etwas passiert ist:
- Nur ja keine Panik, denn wer richtig reagiert, kommt meist heil davon!
- Selbst wenn der Sprit ausgeht oder man einen Auffahrunfall hatte, niemals auf der Fahrbahn anhalten. Nötigenfalls im 2. Gang solange den Starter betätigen, bis die nächste Pannenbucht erreicht ist.
- Immer sofort über Nottelefon (alle 200 m in Nischen) Hilfe holen! - Verlassen Sie bei Rauchentwicklung sofort den Brandherd über gekennzeichnete Fluchttüren, nehmen Sie Wertsachen und warme Kleidung mit, lassen Sie aber den Autoschlüssel stecken!

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Stefan Skrabal

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