Leitl: WK-Reform als Vorbild für Staat und Sozialpartner

"Die Wirtschaftskammer ist die erste öffentlich rechtliche Körperschaft, die sich aus sich heraus reformiert hat und kostengünstiger wird"

Wien (PWK) "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Schlagkraft der Interessensvertretung zu erhöhen, unser Serviceangebot neu auszurichten und eine Beitragssenkung zu realisieren." Mit diesen Worten begründete WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl anlässlich des Kammertages seine Reformziele.

Die Wirtschaftskammern verstehen sich als Interessensvertreter, Wirtschaftsförderer und Wissensmanager für die in Österreich tätigen Unternehmer. Die aktive Mitgliederbetreuung wird ausgebaut, das Mitgliederservice wird schwerpunktmäßig von den Landeskammern -unterstützt durch Kompetenzzentren - erbracht. Kernkompetenz der WKÖ ist die Interessenvertretung. Dienstleistungseinheiten wie die Außenwirtschaftsorganisation, die Wirtschaftsförderungsinstitute sowie interne administrative Dienstleistungen werden als Profit-Centers oder ausgegliederte Gesellschaften geführt oder an privatwirtschaftliche Leistungsanbieter ausgelagert. Die Fachorganisationen werden für die Interessenvertretung in Sparten und für den Service-Bereich in Branchenverbünden neu geordnet. Die Zusammenarbeit der Wirtschaftskammern wird im Sinne eines partnerschaftlichen Föderalismus vertieft und durch Gesetz und entsprechende Kooperationsverträge geregelt. Das Wahlrecht wird im Sinne erhöhter Transparenz und einer Beschleunigung der Wahl- und Nominierungsvorgänge in die einzelnen Organe modernisiert. Das Finanzierungssystem wird unter den Gesichtspunkten der Sparsamkeit, Transparenz und Effizienz unter Beibehaltung der Autonomie der einzelnen Körperschaften neu geregelt. Die Beiträge zur Wirtschaftskammer-Organisation werden um insgesamt 2,1 Milliarden Schilling gesenkt, das entspricht einer Senkung des Beitragsvolumens um 30 Prozent (auf Basis Rechnungsabschluss 1999). Der Anteil der Preisfinanzierung bei den Serviceleistungen wird erhöht. Neue Leistungen (verstärkte Interessenvertretung auf EU-Ebene, New-Economy, etc.) werden auch aus diesen zusätzlichen Erträgen finanziert. Das Reformkonzept soll beginnend 2001 umgesetzt werden. Die gesetzlichen Anpassungen sollen bis Mitte 2001 abgeschlossen sein. Die Umsetzung der diesem Konzept zugrundeliegenden Einsparungen erfolgt im personellen Bereich, in partnerschaftlicher Art und Weise unter voller Einbindung des Betriebsrates. Dabei werden die zu erwartenden altersbedingten Abgänge und mögliche Umschichtungen in auszubauende Servicebereiche besonders berücksichtigt und die weitestgehende Vermeidung von Kündigungen angestrebt.

Leitl dankte den WK-Mitgliedern, die regen Anteil genommen haben an diesem Reformprozess, er dankte den Experten, die wichtige Benchmark-Überlegungen und den Mitarbeitern, die ihr hohes Wissen über die Organisation eingebracht haben. Namentlich dankte der WKÖ-Präsident auch den Fraktionsobmännern Matthias Krenn (RFW) und René Alfons Haiden (FWV) sowie Werner Tessmar-Pfohl (Industrie) dafür, dass man sich "über Fraktionsgrenzen hinweg auf diese gemeinsame Reformlinie geeinigt hat". Alle Fraktionen fänden sich wieder, keine Fraktion habe alle ihre Vorstellungen durchgesetzt, die Reform sei gelungen.

"Die WKÖ ist die erste öffentlich rechtliche Körperschaft, die sich aus sich heraus reformiert und gleichzeitig kostengünstiger wird", betonte Leitl. Das sei ein unübersehbares "Zeichen von Lebenskraft".

"Unser Weg könnte, ohne mich einmischen zu wollen, auch ein Vorbild für andere Sozialpartner sein." Auf diese Weise könnte das Erscheinungsbild der Sozialpartner wesentlich gestärkt werden.

Gleichzeitig sei diese Reform der Wirtschaftskammern Österreichs ein Vorbild für die noch ausständige Bundesstaatsreform, von der sich WKÖ-Präsident Leitl 50 bis 60 Milliarden Schilling an Einsparungen, eine Verbesserung der Wirtschaftsstandortes Österreich und eine Senkung der Staatsabgabenquote erwartet.

Ausdrücklich dankte der WKÖ-Präsident der Belegschaftsvertretung und Betriebsratsobmann Werner Hackl und rief die WKÖ-Mitarbeiter auf:
"Erneuerungsprozesse lösen naturgemäß bei manchen Mitarbeitern auch Angst vor der Zukunft aus. Man soll sich nicht fürchten sondern die Chance annehmen, selbstbewusster Dienstleister für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft zu sein. Wir gehen als modernere Organisation, als gestärkte Interessensvertretung mit gesenkten Beiträgen solidarisch an die Umsetzung dieser Reform. Die Umsetzung beginnt morgen," schloss WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl seine Rede zur Begründung des Reformantrags an den Kammertag der Wirtschaftskammer Österreich.

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