Phytotherapie in Österreich - Ein Überblick

Wien (OTS) Neues Wörterbuch der Pharmig zum Thema Pflanzenmedizin -Daten und Fakten zur Phytotherapie in Österreich

Der Markt
In Österreich gibt es im Unterschied zu anderen Ländern, etwa Deutschland, keine Unterteilung in Phytopharmaka und Synthetika. Letzte Analysen der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie (ÖGPhyt) zeigen, dass der Marktanteil von Phytopharmaka mengenmäßig bei 11 Prozent, wertmäßig bei 7 Prozent liegen dürfte.

In Österreich gibt es nur eine sehr kleine Anzahl von Unternehmen der pharmazeutischen Industrie, die sich mit Phytopharmaka beschäftigen. Die meisten pflanzlichen Arzneimittel sind Importprodukte; sie kommen meist aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Phytopharmaka und Krankenkassen
Das österreichische Arzneimittelrecht kennt - im Gegensatz zum deutschen - den Begriff des Phytopharmakons nicht. Daher wird zur Beurteilung bei der Aufnahme in das Heilmittelverzeichnis grundsätzlich nicht unterschieden, ob ein Mittel pflanzlichen Ursprungs ist oder nicht, solange es für eine ausreichende und zweckmäßige Krankenversorgung geeignet ist.

Ganz allgemein wird es aber für Anbieter für Arzneimittel aus Pflanzen immer schwieriger, ins Heilmittelverzeichnis, das die Grundlage für eine Kassenfreiheit ist, aufgenommen zu werden, weil die Anforderungen nach einem Wirksamkeitsnachweis über das Maß der arzneimittelrechtlichen Anforderungen hinausgeht, d.h., dass etwa zusätzliche Klinische Prüfungen vom Hauptverband gefordert werden.

Die Zulassung von pflanzlichen Arzneimitteln
Pythopharmaka unterliegen denselben strengen Zulassungsverfahren wie synthetisch hergestellte Arzneien. Allerdings gibt es für schon lang bekannte und lang angewendete Wirkstoffe aus Pflanzen ein erleichtertes Zulassungsverfahren nach
§ 17a AMG.

Pflanzenmedizin und Ärzte
Wissen und Bewusstsein der heimischen Ärzteschaft in Sachen Phytotherapie haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, nicht zuletzt wegen des gesteigerten Interesses der Patienten/Konsumenten an dieser Behandlungsform. Die Österreichische Gesellschaft für Phytotherapie (ÖGPhyt) bietet im Rahmen einer außeruniversitären Ausbildung interessierten Ärzten entsprechende Fortbildung an. Ein Diplom wie z.B. in der Homöopathie - kann derzeit in Österreich jedoch noch nicht erworben werden.

Im Rahmen des Medizinstudiums wird das Thema Pflanzenmedizin in freiwillig zu besuchenden Vorlesungen nahe gebracht.
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Phytotherapie und Apotheken
"Der" Experte für Pflanzenmedizin in Österreich ist der Apotheker. Er erwirbt während seines pharmazeutischen Studiums umfassende Kenntnisse zu allen Aspekten der Pflanzenmedizin.

Pflanzenmedizin und Tiere
Die Universität für Veterinärmedizin beschäftigt sich sehr mit dem Einsatz von Phytopharmaka bei Tieren. Entsprechende Projekte befinden sich dort allerdings erst im Anfangsstadium.

Was Pflanzenmedizin kann
Mit pflanzlichen Arzneimitteln lassen sich wegen ihrer guten Verträglichkeit Befindlichkeitsstörungen sowie leichte oder mittelschwere Erkrankungen (z.B. Magen-Darm-Erkrankungen, Leiden der Atemwege) gut behandeln. Daher eignen sie sich gut für den Bereich der Selbstmedikation. Phytopharmaka werden jedoch auch als adjuvante Therapie (Begleitbehandlung) bei schwereren Erkrankungen eingesetzt.

Pflanzenmedizin und Konsumenten/Patienten
Das Interesse an Pflanzenmedizin ist seit einiger Zeit in hohem Maße im Ansteigen begriffen. Durch die strengen Zulassungsbedingungen nach dem österreichischen Arzneimittelgesetz (AMG) stehen in Österreich qualitativ hochwertige, und auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit überprüfte pflanzliche Arzneimittel zur Verfügung. Dennoch herrscht manchmal Verwirrung, wenn z.B. Produkte, die nicht unter das Arzneimittelgesetz fallen, und daher nicht den strengen Auflagen des AMG unterliegen, arzneimittelhaft beworben werden bzw. mit "falschen Heilsversprechen" werben. Ein sicherer Indikator für Patienten/Konsumenten ist die Zulassungsnummer (Z.Nr.), die sich nur bei registrierten Arzneimitteln auf der Packungsaußenseite befindet. Fehlt diese, handelt es sich um kein Arzneimittel.

ACHTUNG: Phytopharmaka sind nicht harmlos!
Phytopharmaka sind genauso wie alle anderen Arzneimittel sensible Güter. Sie sind daher hauptsächlich in Apotheken erhältlich. Ein sehr geringer Anteil von Phytopharmaka wird auch in Drogerien abgegeben. Dabei handelt es sich meistens um Tees.

Auch pflanzliche Arzneimittel sollen nur dann angewendet werden, wenn sie wirklich gebraucht werden. PatientInnen ist jedenfalls dringend anzuraten, sich genau an die Einnahme-Empfehlungen von Arzt oder Apotheker zu halten!

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