Volksanwalt Schender regt Kostensenkung beim Heeressanitätswesen an

Wien (OTS) - Durch einen Zeitungsbericht betreffend die Überlegungen hinsichtlich einer Öffnung des Heeresspitales Wien für Zivilpersonen sah sich Volksanwalt Horst Schender zur Einleitung eines amtswegigen Prüfungsverfahrens veranlasst, weil die Zweckmäßigkeit des derzeitigen Heeressanitätswesens angesichts der nunmehrigen Heeresgliederung aus mehreren Gründen fraglich scheint.****

Im Zuge seiner langjährigen Tätigkeit als Volksanwalt konnte Horst Schender feststellen, dass - aus welchen Gründen auch immer
- das Vertrauen der betroffenen Bevölkerungsteile (Wehrpflichtige und deren Angehörige) in die Heeressanitätseinrichtungen eher gering ist. Auch wenn diese Sorgen objektiv übertrieben
erscheinen, kann dieser Umstand nicht geleugnet werden. Aus diesem Grunde würde sich nach Ansicht von Volksanwalt Horst Schender die Auslagerung der gesundheitlichen Betreuung der Wehrpflichtigen in das öffentliche Gesundheitssystem empfehlen. Beispielsweise im Ressortbereich des Bundesministeriums für Justiz erfolgt seit
jeher die Gesundheitspflege der Strafgefangenen auf diese kostengünstigere Art und Weise.

Der Friedensbetrieb eines Militärspitales hat mit den Anforderungen im Einsatz kaum etwas zu tun, weil bei Unfällen verletzte Heeresangehörige zumeist ohnehin in das dem Unfallort nächstgelegene öffentliche Krankenhaus gebracht und dort erstversorgt werden. In heereseigenen Sanitätseinrichtungen
erfolgt sodann nur noch die Folgebehandlung. Im Einsatzfall
hingegen muss seitens des Bundesheeres auf mobilzumachende Feldspitäler zurückgegriffen werden, weil die Friedensstrukturen für Einsatzaufgaben zu gering sind. Für die Behandlung "hauskranker" Grundwehrdiener aber scheinen die Krankenreviere im Kasernen- bzw. Garnisonsbereich unter Leitung von Heeresvertragsärzten ausreichend.

Volksanwalt Horst Schender: "Die Struktur des Heeressanitätswesens sollte daher neu überdacht werden. So könnte im Friedensbetrieb des Bundesheeres etwa mit einer Leitungs- und Koordinierungseinrichtung, einer Ausbildungseinrichtung mit einer fachmedizinischen Abteilung für militärspezifische Anforderungen (Fliegertauglichkeit, Auslandseinsätze, etc.), medizinischen Einrichtungen zur Stellungsdurchführung auf Ebene der Militärkommanden und den Krankenrevieren im Kasernen- bzw. Garnisonsbereich das Auslangen gefunden werden."

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