KfV: WIEDER SCHULBUSUNFALL ? KIND VOM BUS MITGESCHLIFFEN

Wien (OTS) - Im 1. Halbjahr 2000 gab es bereits 11 Schulbusunfälle mit 22 Verletzten und 2 Toten! Es besteht Handlungsbedarf - das KfV fordert: Gesicherte Haltestellen- und Bustürenbereiche, verpflichtende Aus- und Weiterbildung für die Busfahrer und jedem Kind sein eigener Sitz Mittwoch früh ereignete sich in der Steiermark, am Vorplatz einer Volksschule im Bezirk Feldbach wieder ein tragischer Unfall: Ein elf Jahre altes Mädchen blieb beim Aussteigen aus dem Schulbus mit dem Anorak in der Schiebetüre hängen und wurde einige Meter weit mitgeschliffen. Glücklicherweise erlitt das Mädchen nur leichte Verletzungen. ?Grundsätzlich ist der Schulbustransport der sicherste Weg zur Schule?, sagt Dr. Othmar Thann, KfV-Geschäftsführer, ?aber es besteht Handlungsbedarf bei den Begleitumständen.?

In den bis jetzt vorliegenden Zahlen des ersten Halbjahrs 2000 ereigneten sich 11 Schulbusunfälle. Dabei wurden 22 Personen ? davon 18 Schüler ? verletzt. Ein Schüler und eine weitere Person kamen bei den Unfällen ums Leben. Im Jahr 1999 ereigneten sich in Österreich 33 Unfälle mit Personenschaden, an denen ein Schulbus beteiligt war. 70 Personen wurden verletzt ? davon 60 Schüler im Pflichtschulalter zwischen 6 und 15 Jahren ? ein Schüler wurde getötet.

Seit 1. Jänner 1999 gelten für Schülertransporte in Kleinbussen, das sind Personen- oder Kombinationskraftwagen mit nicht mehr als neun Sitzplätzen, folgende Regeln: Ein Kind zählt als eine Person und benötigt deshalb einen eigenen Sitzplatz! Weiters dürfen Kinder unter 12 Jahren, die kleiner als 150 cm sind, ausnahmslos nur mit einem dem Alter entsprechenden Kindersitz befördert werden. Zusätzlich müssen die verwendeten Kraftfahrzeuge mit Leuchten zum Erkennen des ordnungsgemäßen Schließens der Türen sowie Spiegeln für einwandfreies Einsehen der Türbereiche ausgestattet sein.

Das Gefährdungspotential liegt bei Schulbusunfällen vor allem im Schulbusumfeld. Unfälle ereignen sich vor allem: - Beim Ein- und Aussteigen: Immer wieder kommt es dabei, wie in diesem Fall zu sogenannten ?Anorak-Unfällen?: Das Kind bleibt beim Aussteigen mit seiner Jacke in der Tür hängen, wird mitgeschliffen und dabei zumeist schwer verletzt, wenn nicht gar getötet. - im Bus, wenn Kinder sich um ihren Platz raufen müssen, und - im Haltestellenbereich. Vor allem ungesicherte Straßenkreuzungen verursachen im Haltestellenbereich brenzlige Situationen: Kinder strömen aus dem Bus und werden vom ankommenden Verkehr nicht gesehen. Oder, Kinder rasen zum ankommenden Bus und queren die Straße ohne auf den Verkehr zu achten.

Darum fordert das KfV gesicherte Haltestellenbereiche und besondere Checks für den technischen Zustand der Busse sowie die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften betreffend der Sitzplatzregelung ? jedem Kind sein eigener Platz ? und besondere Sicherung des Ein- und Ausstiegsbereiches. Der Schulbus darf erst dann weiterfahren, wenn sichergestellt ist, daß sich kein Kind mehr im Gefahrenbereich befindet. Weshalb die verwendeten Kraftfahrzeuge mit Leuchten zum Erkennen des ordnungsgemäßen Schließens der Türen sowie Spiegeln für einwandfreies Einsehen der Türbereiche ausgestattet sein müssen.

Außerdem bietet das KfV spezielle Seminare für Schulbus-Lenker an, in denen neben den Rechts- und Ausstattungsvorschriften auch das Verhalten in schwierigen Verkehrs- und Stresssituationen praktisch erprobt und konkrete Hilfestellung für sicheres, verantwortungsvolles und besonnenes Handeln gegenüber Schülern gegeben wird.

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