ÖGB: Die Belastungen der Regierung zum Tag

Lass dir das nicht gefallen - Menschenkette am 5. Dezember

Wien (ÖGB). Die Regierung behauptet, dass zwei Drittel der ArbeitnehmerInnen nicht belastet werden. Diese Behauptung stimmt nicht. Die ExpertInnen des ÖGB haben berechnet, wie die ArbeitnehmerInnen durch die Regierung belastet werden.++++

Steuererhöhung durch Reduzierung der Absetzbeträge

Der Allgemeine Absetzbetrag wird bei einem Monatsgehalt zwischen 30.000 und 49.000 Schilling eingeschliffen. Dadurch entsteht bereits bei Brutto-Monatseinkommen ab 32.000 Schilling nicht nur eine erhebliche Mehrbelastung, sondern es findet ein inakzeptabel hoher Grenzsteuersatz von 45 Prozent Anwendung. Zusammen mit den Sozialversicherungsbeiträgen werden von einer Gehaltserhöhung in diesem Einkommensbereich mehr Abgaben abgezogen als von einem Spitzeneinkommen, nämlich 55 Prozent. Der ArbeitnehmerInnen-Absetzbetrag - derzeit 1.500 Schilling - wird auf 750 Schilling halbiert.

Was heißt das im Einzelfall

Margit Steiner ist Grafikerin in einer Werbeagentur, 39 Jahre
alt, Alleinerzieherin und verdient 35.000 Schilling brutto im Monat. Sie muss künftig mit einer Steuermehrbelastung von 1.861 Schilling pro Jahr rechnen. Zum Vergleich: Der Superverdiener mit einem Einkommen von 100.000 Schilling zahlt künftig 500 Schilling mehr an Steuern pro Jahr.

Karin Weber entschließt sich, eine private Pensionsversicherung abzuschließen. Damit sie aber bei einem Prämiensatz von 3,5 Prozent den Steuernachteil kompensieren kann, muss sie eine private Pensionsversicherung mit einer Prämie von 1000 EURO abschließen. Das kann sich Frau Weber als Kassiererin nicht leisten.

Die mittleren Einkommen werden überdurchschnittlich stark
belastet, während die Superreichen verschont bleiben. Nur wer sich eine teure private Pensionsversicherung leisten kann, hat in Zukunft die Chance auf die zusätzliche staatliche Prämie von 750 Schilling.

Senkung des PensionistInnen-Absetzbetrages

Bei PensionistInnen soll der Pensionistenabsetzbetrag von 5.500 Schilling ab einer Pension von 20.000 Schilling abgeschliffen werden und ab einer Pension von mehr als 27.000 Schilling völlig entfallen.

Was heißt das im Einzelfall
Karl Bernhard hat eine monatliche Pension von 25.000 Schilling. Er muss mit Steuererhöhungen von 4.549 Schilling pro Jahr rechnen.

Der ÖGB ruft daher zur Menschenkette um das Parlament am 5. Dezember 2000, 17 Uhr, auf.(ff)

ÖGB, 29. November 2000
Nr. 1019

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