MIEDL WARNT VOR AUSVERKAUF DES ÖSTERREICHISCHEN FUSSBALLS

Fußballspieler sollen ihre Klubs während aufrechter Vertragsdauer nicht ohne Abschlagszahlung verlassen dürfen =

Wien, 29. November 2000 (ÖVP-PK) Eindringlich warnte ÖVP-Abg. Werner Miedl heute, Mittwoch, vor Überlegungen auf europäischer Ebene, wonach Fußballspieler auch während eines aufrechten Vertrages ihren Verein verlassen können, ohne dass der Verein dafür Abschlagszahlungen erhält. Eine derartige Regelung wird zurzeit vor allem von EU-Kommissär Monti angedacht. "Dies wäre nicht nur ein unzulässiger und rechtswidriger Eingriff in die Autonomie der Verbände, sondern würde auch zu einem Ausverkauf des österreichischen Fußballs und einer gefährlichen Behinderung der Jugendausbildung im österreichischen Fußball führen", gab Miedl sorgenvoll zu bedenken. ****

Nach dem allen Fußballkennern bekannten Bosmann-Urteil wurde das neue Transfersystem im österreichischen und europäischen Fußball geregelt. Demnach ist ein Spieler nach Ablaufen seines Vertrages mit einem Fußballklub frei und der Klub kann keine Ablöse mehr verlangen, führte Miedl aus. In der Zwischenzeit überlegt aber nun die EU, diese Regelung zu verändern, sodass Spieler ihren Klub verlassen können, und der Klub keine Abschlagszahlungen erhält, obwohl der Vertrag mit dem Spieler noch aufrecht ist. "Das wäre der Tod für den europäischen und den österreichischen Fußball", warnte Miedl. "Denn Fußballspieler sind nicht mit "normalen" Dienstnehmern zu vergleichen, sie bedürfen aus arbeitsrechtlicher Sicht sicher einer Sonderregelung".

Miedl gab auch zu bedenken, dass die Fußballvereine hunderttausende Schilling in die Jugendförderung investieren und so dazu beitragen, dass junge Talente gefördert und erkannt werden. "Wenn ein solcher Jungstar dann den Verein ohne Abgeltung von Ausbildungskosten verlassen kann, bringt das auch die Jugendausbildung im Sport um", so Miedl in aller Klarheit.

Der steirische Landesrat Hirschmann habe dazu bei Prof. Marhold ein Gutachten in Auftrag gegeben. Der genannte Experte habe sich daraufhin sehr kritisch zur EU-Vorgangsweise geäußert und sehe darin sogar einen rechtswidrigen Eingriff in die Autonomie der Verbände. "Ich appelliere daher an die ressortzuständige Ministerin, Vizekanzlerin Riess-Passer, ihre bisher sehr konstruktive Haltung in dieser Frage zu verstärken und den Ausverkauf des österreichischen Fußballs zu verhindern", sagte Miedl abschließend.
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