ÖGB: Ausbildungsoffensive statt Anhebung des Pensionsalters

Regierung lenkt von unsozialen Beschlüssen ab

Wien (ÖGB). Äußerst verwundert zeigte sich heute, Samstag, der Leitende Sekretär des ÖGB, Dr. Richard Leutner, über die Aussagen Bundeskanzler Schüssels im Interview mit der Tageszeitung "Die Presse". "Offenbar ist nun auch der Regierung klar geworden, dass die Bevölkerung genau weiß, dass das Belastungpaket entgegen den von der Regierung immer wieder vorgebrachten Behauptungen, nicht gerecht sondern sozial ungerecht ist. Denn es entbehrt nicht einer gewaltigen Ironie, wenn Kanzler Schüssel zwei Tag nach der Beschlussfassung über die Budgetbegleitgesetze zu einem unsozialen Belastungspaket für ArbeitnehmerInnen, auf soziale Aspekte pocht", so Leutner. Ein Paket, das nichts anderes als Umverteilung von den ArbeitnehmerInnen zu den Arbeitgebern bedeute.++++

Die ArbeitnehmerInnen, besonders wenig qualifizierte Arbeitskräfte und ArbeiterInnen, so Leutner, seien durch die überfallsartige Anhebung des Frühpensionsalters, die Erhöhung der Abschläge für die Frühpension und durch die Abschaffung der vorzeitigen Alterspension wegen Krankheit bereits seit in Kraft treten der Pensionsreform am 1. Oktober immens belastet worden. Die bei der Pensionsreformdiskussion von ÖGB und AK eingebrachten Vorschläge, wie eine Ausbildungsoffensive für ältere ArbeitnehmerInnen, Gesundheitsvorsorge im Betrieb, kostengerechte Finanzierung der Ersatzzeiten, Erhöhung des Eigenfinanzierungsgrades bei Gewerbetreibenden und Bauern, Bekämpfung der organisierten Schwarzarbeit, etc. wurden von der Regierung jedoch nicht aufgenommen.

Leutner: "Auch wir sind für neue Chancen für ältere ArbeitnehmerInnen am Arbeitsmarkt. Diese können aber nicht einfach durch eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters geboten werden. Wir erwarten von der Regierung, unsere Vorschläge aufzunehmen und eine Ausbildungsoffensive für ältere ArbeitnehmerInnen zu starten."

ÖGB, 25. November 2000
Nr. 1002

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