Ettl: Überwindung kultureller und mentaler Barrieren durch grenzüberschreitende Bildungskooperationen

EU-Erweiterung soll österreichisches Bildungssystem positiv beeinflussen

Wien (SK) "Österreich ist durch seine geopolitische Lage nicht nur wirtschaftlich Nutznießer der EU-Erweiterung, auch das Bildungssystem kann vom Integrationsprozess profitieren," erklärte SPÖ-Europaparlamentarier und fraktioneller Bereichssprecher für die Erweiterung, Harald Ettl, heute in einem Referat bei einer Podiumsdiskussion der Bundesarbeiterkammer zum Thema "Erweiterung und Qualifikationen der Migranten". Es seien natürlich noch einige Hürden zu überwinden, aber der Traum einer wirtschaftlich und kulturell harmonischen Großfamilie beginne Wirklichkeit zu werden. ****

"Eine Analyse der derzeitigen bildungspolitischen Situation in den Mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) ergibt, dass Aus- und Weiterbildungssysteme noch ausgebaut und bestehende Unterschiede zwischen den MOEL und der EU abgebaut werden müssen. Die bereits bestehenden gemeinschaftlichen Aus- und Weiterbildungsprogramme (TEMPUS, SOKRATES, LEONARDO) müssen ausgebaut werden, forderte Ettl, um jungen Europäern aus Ost und West ein besseres Verständnis für die notwendige Zusammenarbeit zur europäischen Integration zu vermitteln.

"Auch in den MOEL müssen Toleranz und Verständnis zwischen ethnischen Gruppen an vorderster Stelle stehen. Nur so kann verhindert werden, dass Minderheiten am Bildungsweg straucheln und benachteiligt werden," bekräftigte Ettl. Wichtigstes Integrationsmittel sei dabei die Sprache, dementsprechend sei auch Sprachunterricht für Minderheiten zu fördern.

"Bildung und Ausbildung sind außerdem unabdingbare Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Bei Investitionen ins Bildungssystem darf auf keinen Fall gespart werden. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen der OECD sind heute nur noch 20 Prozent des wirtschaftlichen Produktivitätszuwachses auf gestiegenen Kapitaleinsatz zurückzuführen. Dagegen sind 80 Prozent des Produktivitätszuwachses durch Bildung, Forschung und innovative Organisationskonzepte von Arbeit und von Unternehmensstrukturen zu erklären", betonte Ettl ausdrücklich die Wichtigkeit betrieblicher Weiterbildung.

Hier gebe es in den Erweiterungsländern aber noch einen Hemmschuh zu überwinden. Die Berufsausbildung müsse auf ein breiteres Fundament gestellt werden, denn derzeit überwiegen noch Spezialisierungen auf ein schmales Berufsfeld. "Heutzutage verändern sich Berufsbilder sehr rasch und damit auch die an die Arbeitskräfte gestellten Bedürfnisse. Reine Schulbildung reicht nicht mehr aus, um dieser Entwicklung nachzukommen. Praxisorientierte Ausbildung wird deshalb zukunftsweisend sein und über allen anderen Ausbildungsmöglichkeiten stehen," analysiert Ettl.

"Österreich kann hier einen aktiven Beitrag leisten: Einzelne Regionen müssen grenzübergreifende Schulungen in der Berufsausbildung anbieten. Sprachunterricht muss forciert und die Koooperation im universitären Bereich ausgebaut werden," forderte Ettl in seinem Referat abschließend. (Schluss) se/mp/mm

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