Gehrers "Read my lips"

Wien (FSG). Den Beteuerungen der Bildungsministerin Gehrer, durch die Strukturreformen würden keine LehrerInnen freigesetzt, schenkt der sozialdemokratische AHS-Lehrergewerkschafter und Stv. Vorsitzende der Gewerkschaft Höhere Schule Mag. Michael Zahradnik genau so viel Glauben wie ihrer Versicherung, es werde zu keinen Studiengebühren kommen. "Wahr ist, dass 1.300 BundeslehrerInnen abgebaut werden - und nicht einmal halb so viel in Pension gehen werden. Wie viele Tausend Kolleginnen und Kollegen aufgrund der 'Strukturmaßnahmen' in ein Versetzungskarussell geraten, ist nicht einmal noch abschätzbar."++++

Zahradnik weiß das auch aus persönlicher Betroffenheit: Seine Gattin, eine pragmatisierte AHS-Lehrerin, wird bei Umsetzung dieser Kürzungen aller Voraussicht nach nicht mehr an der Schule weiter unterrichten können, an der sie seit 1983 (!) beschäftigt ist. Zahradnik: "Dieses Belastungspaket hat ganz eindeutige Auswirkungen:
· Die Jüngsten verlieren ihren Job.
· Tausende Versetzungen heißt Frust für tausende Lehrkräfte, für SchülerInnen Abschiednehmen von bisher gewohnten Lehrern.
· Die Lehrkräfte bekommen die gleichbleibende Klassenvorstandstätigkeiten deutlich schlechter abgegolten als bisher. Weniger Geld für gleich viel Arbeit.
· An den Höheren Schulen wird schon wieder, diesmal im Ausmaß von rund 1,5 Milliarden, eingespart."

Den AHS-LehrerInnen werden Zeit, Geld und junge KollegInnen gestohlen - und dagegen wehren sie sich. 88 Prozent der Lehrkräfte an den AHS - von alternativen Junglehrern bis zu Klosterfrauen in katholischen Privatschulen - sind bereit und entschlossen, diese enormen neuerlichen Belastungen mit allen Mitteln zu verhindern. Der Auftrag an die Gewerkschaft ist eindeutig.

Die FSG-AHS wird bei der Bundesleitungssitzung am Montag den
Antrag stellen, vor der endgütigen Beschlussfassung am 6.12.2000 einen zumindest zweitägigen Warnstreik abzuhalten. Sollte die Regierung dennoch an ihren Demontagemaßnahmen festhalten, wird die FSG einen Antrag auf unbefristeten Streik einbringen.

FSG, 24. November 2000
Nr. 189

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