Bundesarbeitskammer: Mehr Bildungschancen statt Ausgrenzung (2)

Hauptversammlung fordert sozial gerechtes und zukunftsweisendes Bildungssystem

Salzburg (AK) - Ein sozial gerechtes und zukunftsweisendes Bildungssystem für die Jugend und für ArbeitnehmerInnen, die sich weiterbilden wollen, forderte heute, Freitag, die 127. Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer. Die Hauptversammlung spricht sich klar gegen die Einführung von Studiengebühren aus und fordert dringend Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsausbildung, ein Sofortprogramm für mehr Ausbildungsplätze im IT-Bereich, die Beibehaltung des gebührenfreien Uni-Zugangs und mehr Weiterbildungs-Chancen für ArbeitnehmerInnen. ****

Recht auf Ausbildung für alle Jugendlichen
Die Berufsausbildung für Jugendliche muss verbessert werden, fordert die Hauptversammlung. Die Regierung soll endlich mehr Lehrgangsplätze schaffen, damit im Herbst auch wirklich alle Jugendlichen einen Ausbildungsplatz finden. Auch die Situation an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen ist besorgniserregend: Wegen der Sparmaßnahmen der Regierung müssen diese Schulen immer mehr Schüler abweisen. Die AK fordert daher als Grundlage für eine dauerhafte Lösung die Einführung einer praxisorientierten Berufsfachschule und den Ausbau des Angebotes an den berufsbildenden Schulen.

Investitionen in Zukunftsbereiche
Immer mehr Studien zeigen einen drastischen Mangel an gut ausgebildeten ArbeitnehmerInnen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Im Schuljahr 2000/2001 waren die Anmeldezahlen für IKT-Fachrichtungen aber zwei- bis dreimal höher als die angebotenen Ausbildungsplätze. Um dieses Defizit zu beheben, fordert die Hauptversammlung ein Sofortprogramm für mehr Ausbildungsplätze in diesem Zukunftsbereich. Kurzfristig sind zusätzliche zweijährige Kollegs für MaturantInnen und eine Werkmeisterschule für Information und Telekommunikation zu errichten. Außerdem verlangt die Hauptversammlung, dass künftig Lehrlinge den Europäischen Computerführerschein kostenlos erwerben können.

Klares Nein zu Studiengebühren
Die Einführung von Studiengebühren leht die Vollversammlung grundsätzlich ab. Dadurch werden für Kinder von Klein- und Mittelverdienern zusätzliche Barrieren errichtet. Es besteht die Gefahr, dass universitäre Ausbildung nur mehr elitären und einkommensstarken Gruppen offensteht. Die angekündigte "soziale Abfederung" ist angesichts der knappen Budgetmittel illusorisch, kritisiert die AK. Darüber hinaus werden Studiengebühren die Studiendauer nicht senken, sondern verlängern, weil viele Studenten nebenbei arbeiten müssen, um sich das Studium leisten zu können. Die Hauptversammlung fordert daher die Beibehaltung des gebührenfreien Hochschulzugangs und mehr und höhere Stipendien für Kinder aus Arbeitnehmerfamilien.

Berufliche Weiterbildung von ArbeitnehmerInnen sichern
Die berufliche Weiterbildung ist für die Chancen der ArbeitnehmerInnen auf dem Arbeitsplatz aber auch für den Standort Österreich von großer Bedeutung. Eine große Zahl von ArbeitnehmerInnen können sich aber nicht während der Arbeitszeit und auf Kosten des Betriebes weiterbilden. Für sie kommt die Weiterbildung teuer. Die Hauptversammlung fordert daher eine "Weiterbildungsmilliarde" für die ArbeitnehmerInnen. Das ist weniger als ein Prozent des gesamten Bildungsbudgets. Darüber hinaus verlangt die Hauptversammlung, dass die Schulen für Berufstätige ausgebaut werden. Diese Weiterbildungszentren sollen auch ArbeitnehmerInnen in Karenz, WiedereinsteigerInnen und Arbeitslosen offen stehen.

(Fortsetzung)

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