Brauner zu Gewalt an Frauen: Schutz und Hilfe weiter ausbauen

Morgen, Samstag: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Wien, (OTS) Aus Anlass des morgigen "Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen" erhob Wiens Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner heute, Freitag, die Forderung "Schutz und Hilfe für Opfer von Gewalt weiter auszubauen". Österreich hat im Bereich der Gewaltschutzarbeit einen international beachteten Ruf. Dank der Arbeit früherer Frauen- und Innenminister ist Österreich europaweit das erste Land mit einem Gewaltschutzgesetz, das ermöglicht den Täter aus dem gemeinsamen Wohnraum zu verweisen. Durch die zusätzliche Einrichtung von Interventionsstellen wurde zudem die Zusammenarbeit von Hilfseinrichtungen, Polizei und
Justiz enorm verbessert. "Gewalt gegen Frauen und Kinder ist kein Kavaliersdelikt. Gewalt ist auch keine Privatsache, sondern ein gesellschaftliches Problem, das alle angeht."

Für Brauner ist allerdings fraglich ob die derzeitige Bundesregierung diesen Weg fortsetzen wird: "Ich appelliere an die Bundesregierung keinen Sparkurs zu Lasten der Maßnahmen für Opfer von Gewalt in der Familie zu setzen", unterstrich daher die Stadträtin ihre Forderung. In Wien, so Brauner, werde der Opferschutz seit Jahren konsequent ausgebaut. So gebe es in Wien einen 24-Stunden-Notruf, bald könne ein viertes Frauenhaus eröffnet werden und auch speziell geschulte Polizisten, so
genannte "FamCops" seien in Planung. Brauner formuliert ihr engagiertes Ziel: "Wir wollen, dass Wien die sicherste Stadt für Frauen wird".

Wien soll sicherste Stadt für Frauen werden

"Aus Umfragen wissen wir, dass sich über zwei Drittel der Wienerinnen in ihrer Heimatstadt wohl fühlen (IFES-Umfrage, 1999, Sample 2300 Befragte; Auftraggeberin Frauenbüro der Stadt Wien).
70 Prozent der Befragten empfinden Wien sogar als weitaus sicherer im Vergleich zu anderen Großstädten. Und Sicherheit ist eine wesentliche Vorraussetzung, um sich in einer Stadt wohl zu
fühlen", unterstrich Brauner. Sicherheit sei auch ein entscheidender Maßstab für Lebensqualität. Vor allem für Frauen ist die Frage der persönlichen Sicherheit ganz entscheidend. Um Frauen eine sichere Umgebung und einen hohen "Wohlfühlfaktor" in Wien zu ermöglichen, müssen einerseits konkrete Veränderungen erfolgen, wie etwa beim Planen und Bauen oder bei der Beleuchtung von Hauseingängen und Plätzen. Andererseits ist es genauso wichtig, dass Frauen über das Informations- und Hilfsangebot etwa im Fall von Gewalt in der Familie informiert sind.

Neue Wege in der Stadtplanung

Die Stadt Wien hat sich schon vor einiger Zeit entschlossen, neue Wege in der Stadtplanung zu gehen. Mit einer eigenen
Leistelle für frauen- und alltagsgerechte Planung wird sichergestellt, dass öffentliche Bauvorhaben nicht ohne Berücksichtigung von spezifischen Fraueninteressen umgesetzt werden. Egal ob es sich hierbei um kinderwagengerechte Gehsteige
und Straßenübergänge oder um gut beleuchtete Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel handelt. Darüber hinaus wurde in Wien ein eigener Stadtteil in Floridsdorf von Frauen für die Bedürfnisse von Frauen gestaltet. Die so genannte
"FrauenWerkStadt" entspricht in Sachen Sicherheit und Funktionalität den Anforderungen von Frauen. Auf Grund des großen Erfolges wird gerade unter der Schirmherrschaft von
Wohnbaustadtrat Werner Faymann und Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner an der Entstehung der "FrauenWerkStadt II", die diesmal im Süden Wiens entstehen soll, gearbeitet.

Gewaltschutz für Frauen hat in Wien Vorrang

Seit vier Jahren gibt es Wien zudem einen 24-Stunden-Frauennotruf, der von der Gemeinde Wien finanziert wird, und kostenlose Beratung und Betreuung für Frauen, die Opfer familiärer Gewalt wurden, anbietet. Darüber hinaus entsteht gerade das vierte Frauenhaus - damit entspricht Wien den europäischen Vorgaben, wonach pro 10.000 EinwohnerInnen ein Platz in einem Frauenhaus angeboten werden soll. "Wien hat somit österreichweit die höchste Dichte an Frauenhäusern", betonte die Frauenstadträtin.
Außerdem gilt seit drei Jahren das so genannte Gewaltschutzgesetz, eine bundesweite Regelung, die vorgibt, dass nicht mehr das Opfer sondern der Täter im Fall von Gewaltausübung in der Familie den gemeinsamen Wohnraum verlassen muss. Dieses Gesetz sieht zudem
eine Reihe von weiteren Maßnahmen zum Schutz der Frauen und Kinder vor - unter anderem wurden Interventionsstellen eingerichtet, die eine optimale Vernetzung von Hilfseinrichtungen, der Polizei und
der Justiz vorsehen.

Brauner fordert "famcops" für Wien - speziell geschulte PolizistInnen für familiäre Gewaltfälle

Um die Arbeit all dieser Einrichtungen noch weiter zu verbessern, fordert Brauner die Einrichtung von Kontaktstellen innerhalb der Wiener Polizei, die speziell für häusliche Gewalt zuständig sind. Vorbild dafür ist die "Domestic Violence Unit", wie sie beispielsweise in New York besteht. Nach Vorstellung der Wiener Frauenstadträtin sollte es in Schwerpunktkommissariaten in ganz Wien speziell ausgebildete Polizistinnen und Polizisten
geben, die als Ansprechpartner innerhalb der Polizei bei
familiärer Gewalt agieren. Die spezielle Ausbildung dieser Polizisten erleichtert einerseits den Umgang mit häuslicher
Gewalt, und andererseits können durch solche Spezialeinheiten Informationen über Gewalttaten innerhalb der Familie zentral gesammelt und "Problemfälle" leichter erfasst werden. (Schluss)
kat

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