ORF-TV-Premiere für österreichische Literaturverfilmung "Der Weibsteufel"

Karl-Schönherr-Drama am 25. November in ORF 2

Wien (OTS) - Eine österreichische Literaturverfilmung, frei nach dem Drama des Tiroler Dramatikers Karl Schönherr, präsentiert der ORF morgen, Samstag, dem 25. November 2000: "Der Weibsteufel", eine ORF/BR-Koproduktion, inszeniert von Adolf-Grimme-Preisträger Jo Baier ("Der Laden"), steht im Hauptabendprogramm von ORF 2, um 20.15 Uhr, erstmals auf dem ORF-Spielplan.
In den Hauptrollen der 90-minütigen Fernsehproduktion, die im Herbst 1998 gedreht wurde, spielen Fritz Karl, Julia Thurnau, Günther Maria Halmer, Friedrich von Thun und Josef Wierer.
Eine skrupellose und gerissene Bande von Viehschmugglern treibt schon lange ihr Unwesen im Gebirge nahe der italienischen Grenze. Kopf der Bande ist der alte Bauer Quirin (Günther Maria Halmer), dem der Kommandant (Friedrich von Thun) des Dorfes jetzt endgültig das Handwerk legen will. Zur Verstärkung holt er den jungen, ehrgeizigen Grenzbeamten Gröbmayr (Fritz Karl) ins Büro. Sein Plan: Gröbmayr soll Quirins blutjunge und schöne Frau Maria (Julia Thurnau) verführen, um dadurch an den alten Fuchs heranzukommen.
Gröbmayr ist auf Anhieb von Maria fasziniert. Er beobachtet sie heimlich, und mit einem Trick erschleicht er das Vertrauen der einsamen, kinderlosen Frau in den Bergen. Was er jedoch nicht ahnt:
Der gerissene Quirin durchschaut seine Absicht und stiftet nun seinerseits seine Frau an, dem Grenzpolizisten schöne Augen zu machen, um dessen Pläne auszuhorchen.
Es beginnt ein äußerst gefährliches Doppelspiel der beiden Männer mit der Frau als Köder. Zunächst scheint der Schachzug zu gelingen. Maria umgarnt den Grenzer mit all ihrer weiblichen Verführungskunst - doch aus dem Spiel mit dem Feuer wird zunehmend Ernst. Obwohl sie sich heftig gegen die aufkeimenden Gefühle wehrt, wird sie mehr und mehr von dem vitalen Mann angezogen, der ihr ihre sexuelle Frustration und die versagten Mutterfreuden erst bewusst macht. Auch für Gröbmayr ist die Grenze zum "dienstlichen Auftrag" längst überschritten - beide verlieben sich rettungslos ineinander. Durch ihre leidenschaftliche Liebe wird der Frau die seltsame Ehe, die sie seit sechs Jahren mit Quirin führt, umso bewusster: Ihren Mann hat sie damals nicht aus Liebe geheiratet, sondern weil er ihr versprochen hat, ein Haus am Marktplatz für sie zu kaufen, sobald er genügend Geld dafür hat. Quirin hingegen vergöttert zwar seine schöne Frau, doch ihren sehnlichsten Wunsch nach Kindern will er ihr nicht erfüllen.
Als Quirin jedoch beginnt, den wahren Verlauf der Geschichte zu wittern, und die junge Frau erkennen muss, dass ihr Liebhaber sie ebenfalls als Informantin missbraucht hat, ist die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten.
"Als ich den ‚Weibsteufel‘ in die Hand nahm, gefiel mir natürlich die geradezu klassische Dreieckskonstellation", erzählt Regisseur Jo Baier über dieses Filmprojekt. "Ich habe mich dann dazu entschlossen, das Stück zwar äußerlich in die zwanziger Jahre zu verlegen - nicht, um es historischer, sondern, um es durch die Distanz zeitloser und auch optisch sozusagen ,klassischer‘ zu machen -, aber inhaltlich neu zu betrachten." Diese neue inhaltliche Betrachtung führte dazu, dass Baier die Rollenaufteilung etwas verändert hat. "Im Stück von Karl Schönherr ist es so, dass die Frau eigentlich ein Luder ist und die Männer sind die Dummen, die sie beide an der Nase herumführt. Am Ende triumphiert sie. Das war mir zu sehr schwarz-weiß. Das wollte ich ändern", erzählt Baier. "Am Ende sollte niemand eindeutig schuldig oder nicht schuldig sein. In einer wirklichen Tragödie macht sich auch der Schuldlose schuldig, weil er als Mensch nicht anders kann. Gut und Böse sind nicht so einfach zu trennen. Jeder dieser Menschen ist irgendwo im Käfig seiner Gefühle gefangen, keiner kann heraus. Auch als Zuschauer soll man jeden verstehen können - und auch wieder nicht. Das ist für mich der moderne Ansatz dabei - oder der archaische, wenn man so will."
Gedreht wurde "Der Weibsteufel" an Schauplätzen in Bayern und Südtirol, das Originalstück von Karl Schönherr wurde als Drama in fünf Akten am
6. April 1915 im Johann-Strauß-Theater in Wien uraufgeführt.
"Der Weibsteufel" ist eine Produktion der Almaro Film & TV Produktion GmbH im Auftrag von BR und ORF.

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