AK Wien Test: Jetzt haben Konsumenten den "Salat"

Jeder zweite verpackte Salat ungenießbar

Wien (AK) - Jeder zweite verpackte Salat ist schlecht. Und das, obwohl der Salat noch mehr als zwei Tage haltbar gewesen wäre. Das zeigt ein aktueller AK-Test von 26 verpackten Salaten in Wiener Supermärkten. Außerdem fehlte bei 6 Salaten das Ablaufdatum und bei 16 war der Hinweis auf die Lagerungstemperatur nur unvollständig oder gar nicht drauf. Die AK-Konsumentenschützer fordern daher: Die Hygieneregeln bei der Verarbeitung und beim Verpacken müssen verbessert werden und die durchgehende Kühlung von der Erzeugung bis zum Verkauf muss gewährleistet sein und von den Lieferanten und Händlern verstärkt überwacht werden. Die AK verlangt auch kürzere Haltbarkeitsfristen. Hersteller und Händler der beanstandeten Proben wurden über die Ergebnisse informiert und beim Marktamt angezeigt. Die AK kündigt Nacherhebungen an. ****

Für die schnelle Küche sind Fertigprodukte immer mehr gefragt. Gerade verpackte Salate sind sehr empfindlich. Daher ist es wesentlich, dass sauber gearbeitet wird und dass eine durchgehende Kühlung - zwei bis vier Grad Celsius, kurzfristig maximal sechs Grad Celsius - von der Erzeugung bis zum Verkauf gewährleistet ist. Die berechneten fünf Tage Haltbarkeitsfrist können nur erreicht werden, wenn die Hygieneregeln und Kühltemperaturen eingehalten werden.

Die Wiener AK-Konsumentenschützer haben Ende August 26 verpackte Salate in Wiener Supermärkten eingekauft und von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt Wien überprüfen lassen.

Alarmierend
Die Ergebnisse sind alarmierend, sagen die AK Konsumentenschützer:
Insgesamt wurden 13 von 26 verpackten Salaten beanstandet.
+ 11 Produkte waren schlecht - sie rochen eigenartig, wirkten überaltet und wurden als verdorben eingestuft, eine davon war sogar so ekelerregend, dass sie als gesundheitsschädlich bewertet wurde. + Eine Probe, die zwar den Geschmackstest bestand, war ebenfalls bereits verdorben - sie hatte überhöhte Fäkalkeime und war schimmelig.
+ Eine Probe wurde noch als genusstauglich eingestuft, hatte aber eine erhöhte Anzahl an Darmbakterien und war nur noch sehr begrenzt haltbar.

Die AK hat die Hersteller und Händler über die Ergebnisse informiert und beim Marktamt angezeigt. Die AK kündigt Nachkontrollen an.

Kein Verlass auf Haltbarkeitsdatum
Die Konsumenten können sich nicht auf die Haltbarkeitsfristen verlassen, kritisieren die AK-Konsumentenschützer. Der gesundheitsschädliche Salat hätte noch drei Tage halten sollen. Die Hälfte der noch zwei Tage haltbaren, 56 Prozent der noch 3 Tage und die Hälfte der noch vier Tage haltbaren Produkte waren bereits verdorben. Daher muss die Haltbarkeitsspanne verkürzt werden und sich an den tatsächlichen Bedingungen in der Praxis orientieren, verlangt die AK.

Hygiene und Kühltemperaturen einhalten
Auf Grund der besorgniserregenden Ergebnisse fordern die AK-Konsumentenschützer:

+ Die hygienischen Bedingungen und Arbeitsvorschriften müssen im Verarbeitungs- und Verpackungsbereich sehr genau eingehalten werden. Regelmäßige Hygiene-Schulungen für die Mitarbeiter sind notwendig. Der Betrieb muss seine Pflichten stärker wahrnehmen - die betrieblichen Eigenkontrollen sind zu erhöhen.

+ Die durchgehende Kühlkette von der Erzeugung bis zum Verkauf muss gewährleistet sein. Die Einhaltung der maximalen Kühltemperaturen -zwei bis vier Grad Celsius, kurzfristig maximal sechs Grad Celsius -muss von den Erzeugern, Lieferanten und Händlern kontrolliert werden.

+ Die Kennzeichnungsvorschriften müssen eingehalten werden. Es ist nicht einzusehen, warum für "gesund, vital, aktiv" Platz ist, für das Ablaufdatum und den Lagerungshinweis aber nicht.

Tipps der AK-Konsumentenschützer
+ Kaufen Sie ein möglichst frisches Produkt. Wenn Sie vom Ablaufdatum fünf Tage zurück rechnen, kommen Sie auf den Verpackungstag. Die Hersteller werden eher überlegen, die Haltbarkeitsspanne zu verkürzen, wenn ältere Sackerl liegen bleiben.
+ Achten Sie beim Kauf, ob der Salat welk ist oder "Schlieren" hat. Lassen Sie die Finger davon, denn das Produkt ist nicht mehr genusstauglich.
+ Greifen Sie zu einem Packerl weiter hinten im Kühlregal - diese sind meist kühler als die vorderen.
+ Stellen Sie zu Hause beim Öffnen fest, dass der Inhalt bereits verdorben ist, reklamieren Sie sofort im Geschäft. Der Händler ist verpflichtet, die verdorbene Ware gegen ein gleichwertiges genusstaugliches Produkt aus zu tauschen. Ist dies nicht möglich, muss er Ihnen das Geld zurück geben.
+ Sorgen Sie für eine gute Kühlung während eines längeren Transports, am besten in einer Kühl- oder Isoliertasche.
+ Sie sollten den Salat so rasch als möglich essen. Für kurzes Lagern daheim eignet sich das Gemüsefach bzw unterste Kühlschrankfach, am besten ganz hinten.

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