"Treffpunkt Kultur" am Montag, dem 27. November

Schwerpunkt Ballett und Studiodiskussion zu Fragen der Stadtgestaltung

Wien (OTS) - Barbara Rett präsentiert in "Treffpunkt Kultur" am Montag, dem 27. November 2000, um 22.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Ein Ballett-Schwerpunkt: Ballett einmal anders:
Spitzentanz auf der Bühne, im Film und im öffentlichen Raum. Ein tief bewegtes Publikum erhob sich in der Wiener Staatsoper vergangene Woche zu Standing Ovations. Was als Experiment begonnen hatte, wurde für die Mitglieder des Vereins "Ich bin O.K." zum Triumph. Gemeinsam mit Solisten und Ballettchef Renato Zanella hatten sie mit einem "Off Ballett Special" den Beweis erbracht: Körperliche Behinderung schränkt Menschen wohl ein - darf sie aber nicht ausschließen. Dasselbe Anliegen verfolgt die Truppe "Bilderwerfer" mit ihrer jüngsten Produktion in der Wiener Babenberger-Passage: Behinderte und nicht behinderte Tänzer thematisieren in der Choreografie von Daniel Aschwanden die Auswirkungen des Internets auf die Privatsphäre. Tanz als Befreiungsakt zeigt der britische Erfolgsfilm "Billy Elliot", der in Amerika bereits Kassenrekorde gebrochen hat. Ein Funke Humor erhellt die soziale Tristesse eines Industriekaffs, aus dem ein Arbeiterkind ausbricht. Ursprünglich zum Boxer trainiert, wird der Junge Balletttänzer. Zum Tanzschwerpunkt im "Treffpunkt Kultur" begrüßt Barbara Rett zwei Tanzstars im Studio: Ismael Ivo, den Gründer der Internationalen Tanzwochen Wien, und Marcia Haydée, Primaballerina und langjährige Leiterin des Stuttgarter Balletts. Gemeinsam bringen sie am Freitag, dem 15. Dezember, die Uraufführung des Tanzstücks "Floresta do Amazonas" zum Thema Brasilien in die Wiener Stadthalle.

Oscar Wilde: Eros, Schönheit, Untergang: Zum 100. Todestag des Dichters
Er war Mittelpunkt viktorianischer Salons und musste sich den Geifer der johlenden Menge aus dem Gesicht wischen, als er ins Gefängnis überstellt wurde. Seine Verletzlichkeit kaschierte er in arroganter Selbstinszenierung, seine beißende Gesellschaftskritik in leichtfüßigen Komödien. Oscar Wilde, für viele der Inbegriff des Dandys, tatsächlich aber ein Philosoph, starb am 30. November 1900 verarmt in Paris. Der Schatten, der nach seiner Verurteilung wegen seiner Homosexualität auf ihn fiel, reichte bis in die Gegenwart: Der Name Wilde wurde von seiner Familie eliminiert. Zum 100. Todestag des Dichters hat ihm nun sein Enkel Merlin Holland eine Ausstellung in der British Library ausgerichtet. "Treffpunkt Kultur" bittet Holland zum Interview und spürt Wildes zeitlosen Gedanken in seinem Werk nach.

Dandy 2000: Oscar Wildes Erben:
Sie sind Ästheten bis in den letzten Winkel ihre Seele, die nichts mehr verletzt als unverhohlene Leutseligkeit. Ihr Leben weihen sie einer großen Idee: jeder Minute eine künstlerische Bedeutung zu verleihen. "Treffpunkt Kultur" hat die Dandys von heute aufgespürt und gibt ihnen Gelegenheit, ein großes Missverständnis aufzuklären:
dass ihr Dasein nur manierierte Attitüde sei. Der Modemacher Marc Thomas Merz hat nebst seiner zahllosen Brokat-Gehröcke auch sein Inventar verkauft und strebt nun nach wahrer Gelassenheit. Als Teilzeit-Dandy outet sich Kunsthallen-Direktor Gerald Matt - dies ist der in jeder Lebenslage perfekt Gestylte allerdings nur privat. Um Abgrenzung bemüht ist Florian Illies, Shooting Star der neuen deutschen Literaturszene: "Mit Leuten, die ihre Fahrräder selbst reparieren, möchte ich nichts zu tun haben."

urban.award 2000: Großstadt-Flair im Bild - die Gala:
Wir rückt man Urbanität ins Bild, wie bannt man großstädtisches Flair auf Video oder Zelluloid? Von der ORF-Kultur unterstützt und heuer erstmals vergeben, ist der internationale "urban.award 2000": Profis wie Amateure der Film- und Fotokunst waren aufgerufen, aus 16 Architekturprojekten - vom Kunsthaus Bregenz bis zu den adaptierten Stadtbahnbögen in Wien - Motive für ihre Arbeiten zu wählen. Am Montag, dem 27. November, werden die Sieger in einer Gala im Wiener Museumsquartier prämiert. Unmittelbar im Anschluss daran berichtet "Treffpunkt Kultur" über den Event, befragt die Jurymitglieder zu ihrer Entscheidung und die Preisträger zu ihrer Arbeit.

Die Stadt, ihre Kunst und ihr Design: Beispiele aus ganz Österreich sowie Studiodiskussion
Der mittlerweile verstorbene US-Kunststar Donald Judd hatte eine Vision von Kunst und Architektur - doch die haben Wind und Wetter in Fetzen gerissen: Stage Set heißt seine einst farbenfrohe Großplastik aus Stahl und Stoffbahnen, die im Wiener Stadtpark zusehends verwittert. Ein Symbol für den Stellenwert von Kunst im öffentlichen Raum? Das Wiener Museum für angewandte Kunst hatte die Installation vor fast fünf Jahren der Stadt Wien geschenkt. Einzige Auflage: Für den Erhalt habe die Gemeinde aufzukommen. Es blieb bei Beteuerungen, das Objekt in Stand zu setzen. Während Kunst im öffentlichen Raum hier zu Lande oft ein Schattendasein fristet, wuchert im Stadt-Design ein obskurer Formenreichtum: Telefonzellen, Parkbänke, Poller und Beleuchtungskörper bilden in Wien ein ästhetisch fragwürdiges Sammelsurium wie im Restpostenlager vom Einrichtungsmarkt. Nicht zum Diskontpreis und auch nicht für Selbstabholer bestimmt sind die historisierten Kandelaber, die die eben entstehende Fritz-Wotruba-Promenade entlang des Wienflusses beleuchten. Hier werde das von Otto Wagner geplante historische Gelände geschändet, zürnt MAK-Direktor Peter Noever. Einer der Gründe für die oft missglückte Stadtmöblierung liegt in der Vielzahl der Mitspracheberechtigten - darunter die Hälfte aller Magistratsabteilungen, bisweilen auch Polizei und Bundesämter. "Treffpunkt Kultur" zeigt exemplarische Beispiele und diskutiert über den Umgang mit Stadt-Design und Kunst im öffentlichen Raum.

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