Binder: Kinder dürfen nicht zum Streitobjekt werden

Wien (SK) Der Katholische Familienverband und die Österreichischen Kinderfreunde, die beiden größten Familienorganisationen Österreichs, stehen der gemeinsamen Obsorge, die heute mit dem neuen Kindschaftrechts-änderungsgesetz im Parlament beschlossen wird, skeptisch gegenüber. Beide Familienorganisationen befürchten, dass ungelöste Konflikte der geschiedenen Ehepartner auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden könnten.

Für die von einer Trennung betroffenen Kinder sei ein regelmäßiger und konfliktfreier Kontakt zu beiden Eltern wünschenswert, doch dies lasse sich nicht per Gesetz erzwingen. Die Kinder leiden unter einer Trennung am meisten, stellt SPÖ-Abgeordnete Gabriele Binder, Familiensprecherin der Österreichischen Kinderfreunde fest. "Doch noch mehr leiden sie unter den Streitigkeiten ihrer Eltern. Wenn die gemeinsame Obsorge zum Regelfall wird, dann ist zu befürchten, dass alte Familienkonflikte weiterhin und verstärkt auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden. Es würde dann weiter das Kind bei einem Elternteil leben, der hätte die ganze Arbeit der täglichen Versorgung zu leisten und müsste aber ständig Angst haben, dass seine Entscheidungen vom anderen Elternteil wieder aufgehoben werden", so Binder.

"Bevor die gemeinsame Obsorge erteilt wird, sollten zwei bis drei Sitzungen mit einem Mediator bzw. Mediatorin stattfinden," schlägt Johannes Fenz, Präsident des Katholischen Familienverbandes, vor. Die Mediatoren könnten als unbeteiligte Dritte und ausgebildete Experten relativ leicht beurteilen, ob die gemeinsame Obsorge wirklich zum Wohl des Kindes sei. Um eindeutige und klare Verhältnisse zu schaffen, fordert Fenz ein bundeseinheitliches Mediationsgesetz, dass das Berufsbild der Mediatoren beschreibt und die Richtlinien für die Ausbildung festlegt.

Es dürfe nicht sein, dass Konflikte, die zu einer Scheidung geführt haben, auch nach der Trennung weitergeführt werden. Deswegen seien klare Verhältnisse nach einer Scheidung unbedingt notwendig, damit die Kinder nicht zum Spielball fortgesetzter Ehestreitigkeiten werden", sagte Gabriele Binder abschließend. (Schluss) ns/mm

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