Prammer: Gender-Aspekte in allen Politikbereichen ausleuchten

Wien (SK) "In jedem Politikbereich müssen Gender-Aspekte ausgeleuchtet werden. Wir sind noch weit entfernt von einer tatsächlich Gleichstellung der Geschlechter. Gender-Mainstreaming ist modern geworden, selbst die ehemalige Sozialministerin Sickl hat den Begriff benützt", erklärte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer Dienstag bei der Renner-Institutsveranstaltung "Gender Mainstreaming - Gleichstellungspolitik". "Wenn auch die Bundesregierung Gender-Mainstreaming betreibt, dann ist es für die angesprochenen Menschen eine große Herausforderung, nicht als Feigenblatt missbraucht zu werden. Gender-Mainstreaming braucht Ressourcen, braucht Geld, braucht Personal." In jedem Ministerium sei eine Abteilung für Gender-Mainstreaming notwendig, betonte Prammer. ****

Es existierten keine "Kriterien für das Messen von Gender-Mainstreaming", kritisierte Prammer. "Wie wirken sich Maßnahmen aus?" Das Thema Gender-Mainstreaming müsse auf die "europäische Ebene" geführt werden. "Es ist für jede Institution wichtig, den Gender-Aspekt mitzudenken. Auch für die SPÖ", so Prammer. Bei "Netzwerk Innovation" würden in diesem Sinne Gender-Experten bei jedem Arbeitskreis dabei sein.

Klassische Gleichstellungspolitik dürfe deswegen nicht "ad acta gelegt werden, im Gegenteil", betonte die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende. Bei der "Deutschen Telekom AG", die nur den shareholder-value als Richtschnur behandle, seien 35 Personen -"vorwiegend Frauen" mit Gender-Mainstreaming beschäftigt. Das Unternehmen habe erkannt, dass 52 Prozent potenzieller Kunden Frauen seien, so Prammer. "Solange wir nicht ähnliche Maßnahmen setzen, sind wir weit entfernt von vielem, was in Richtung Gleichstellung geht."

"Wir dürfen nicht die Methode mit dem Inhalt verwechseln. Gender-Mainstreaming muss im Sinne von Gleichstellungspolitik instrumentalisiert werden - wir dürfen uns den Begriff nicht von den Konservativen wegnehmen lassen", stellte Prammer klar. Alle Statistiken müssten den Gender-Aspekt beinhalten, forderte Prammer. "In den politischen Bezirken existieren keine geschlechterbezogenen Arbeitsmarktdaten", so Prammer. Sie, Prammer, bekenne sich "in einer gewissen Weise zu 'top-down'". "Ich kann in der SPÖ nicht auf 'bottom-up' warten. Wer die Verantwortung trägt, kann sie nicht einfach abgeben", schloss Prammer. (Schluss) me

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