AK kritisiert drohenden Qualitätsverlust im Pflichtschulwesen

Regierung verschlechtert Bildungschancen und verschärft Lehrerarbeitslosigkeit

Wien (AK) - Die Ergebnisse der Verhandlungen um den
Finanzausgleich zwischen Bund und Länder bringen massiven Personalabbau und einen Qualitätsverlust im österreichischen Pflichtschulwesen, befürchten die AK ExpertInnen: In den Pflichtschulen wird es bis 2004 einen Abbau von rd 5.500 LandeslehrerInnen geben. Zusätzlich sind durch die Neuregelung für Klassenvorstände und Kustodiate ab dem Herbst 2001 weitere 2.000 Dienstposten für PflichtschullehrerInnen bedroht. Auf der Strecke bleiben Eltern, Kinder, LehrerInnen und die gesamte Gesellschaft, kritisiert die AK. Mit diesen Maßnahmen setzt die derzeitige Regierung die Qualität unseres Bildungssystem aufs Spiel und zerstört damit systematisch all das, was in den vergangenen Jahrzehnten die Spitzenposition Österreichs im Bildungswesen sichergestellt hat.****

Die Maßnahmen der Regierung und die Vereinbarung im Finanzausgleich bewirken Kürzungen im Pflichtschullehrerbereich im Ausmaß von rd 8 Prozent der derzeitigen Dienstposten. Durch die Streichung der bisher gewährten Personalzuschläge bei ganztägigen Betreuungsformen und Fördermaßnahmen für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache wird zB Wien mit einem Minus von 14 Prozent (rd 1.400 LehrerInnen) überdurchschnittlich betroffen sein. Gerade in diesem Bereich gibt es einen großen Bedarf und viele schulische Angebote, die auch weiterhin sichergestellt werden müssen. Den Schwächsten ihre Chancen zu nehmen, lehnt die AK ab und fordert daher die Beibehaltung der bisherigen Regelung, wonach es für ganztägige Schulen und für Deutschkurse auch weiterhin zusätzliche Dienstposten geben muß.
Aber auch die ländlichen Gebiete werden spürbar betroffen sein. So wird es in Niederösterreich eine Einsparung bei den Dienstposten von etwa 6 Prozent geben, was eine mögliche Schließung vieler ländlicher Kleinschulen bedeuten könnte.

Die Auswirkungen des massiven Personalabbaus treffen vor allem berufstätige Eltern, Kinder und LehrerInnen und bringen einen Qualitätsverlust im österreichischen Schulwesen.
Es drohen:
- eine Erhöhung der Klassenschülerzahlen
- eine Reduktion der Deutschkurse für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache
- die Verringerung der unverbindlichen Übungen und Freigegenstände -etwa Informatik
- die Reduktion des Angebots an ganztägigen Schulformen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird dadurch erschwert

Diese Maßnahmen werden sich auch negativ am Arbeitsmarkt auswirken, betonen die AK ExpertInnen. In den nächsten Jahren wird es kaum zu Neuanstellungen von Absolventen der Pädagogischen Akademien kommen. Die Ankündigung von Ministerin Gehrer, keine Kündigungen auszusprechen, kann nicht beruhigen, denn für viele JunglehrerInnen werden befristete Verträge nach dem Auslaufen ganz einfach nicht mehr verlängert werden. Damit, so die AK ExpertInnen, droht eine Verschärfung der Arbeitslosigkeit bei JunglehrerInnen.

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