Brosz: Überraschung für die Regierung: Lehrer ist Fulltimejob Grüne: Studie rechtfertigt keine der geplanten Maßnahmen zur Erhöhung der Unterrichtszeit

Wien (OTS) "Obwohl durch die heute vorgestellt Studie zur LehrerInnenarbeitszeit der Nachweis erbracht wurde, dass LehrerInnen einen Fulltimejob ausüben, sollen übermorgen im Parlament weitreichende Maßnahmen setzen, die die Arbeitszeit beträchtlich erhöhen," kritisiert der Bildungssprecher der Grünen, Dieter Brosz, die Vorgangsweise von Bildungsministerin Gehrer. Die Studie brachte das erwartete Ergebnis. LehrerInnen arbeiten zwischen 1.840 und 1.973 Stunden jährlich. Damit liegen sie über der durchschnittlichen Arbeitszeit von 1.793 Stunden.

Brosz erinnert Gehrer nun an ihr Versprechen vom August 1999. Bei der damaligen Ankündigung der Studie, erklärte sie in einer Aussendung:
"Nach Vorliegen der Studien zur Arbeitszeit und Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer und der internationalen Vergleiche wird eine detaillierte Festlegung der Aufgaben für die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer erfolgen."

Gehrer hat entgegen diesen Ankündigungen offenbar kein Interesse, die Studie inhaltlich auszuwerten. Denn die Maßnahmen, die sie übermorgen beschließen lassen will, sind durch die Ergebnisse der Studie absolut nicht zu rechtfertigen. "Gehrers Bildungspolitik erschöpft sich in der Suche nach Einsparungspotentialen. Für ein Ministerium, das sich selbst Zukunftsministerium nennt, ist das erschreckend wenig", kritisiert Brosz.

"Gehrer tätigt zur Zeit viele Äußerungen, die zwar formal richtig sein mögen, inhaltlich aber trotzdem falsch sind. Formal ist die Lehrverpflichtung zwar nicht angehoben worden. Durch den Wegfall der Klassenvorstandstätigkeit als Abschlagsstunde müssen aber alle Klassenvorstände und KustodInnen eine Stunde länger unterrichten, wenn sie beide Tätigkeiten ausüben sogar zwei. Was soll das anderes sein als eine Erhöhung der Lehrverpflichtung?, fragt Brosz. Dafür sollen jetzt Zulagen in Höhe von S 20.000,-- bzw. S 16.000,-- jährlich bezahlt werden. Was Gehrer aber nicht sagt, ist, dass es auch bislang zwei mal jährlich eine Abgeltung für Klassenvorstände gab, in Summe ca. S 9.000,-- für AkademikerInnen. "Es wäre doch wohl fair dazu zu sagen, dass diese jetzt wegfällt." so der Bildungssprecher der Grünen.

"Über die Auswirkungen der vorgesehenen Maßnahmen liegen keinerlei detaillierte Berechnungen vor. Gehrer braucht den LehrerInnen und ihren Vertretern daher nicht vorzuwerfen, die Eltern falsch zu informieren. Sie soll einfach auf den Tisch legen, wie sie zu ihren Zahlen kommt. Vermutlich hat sie aber gute Gründe für ihre Geheimhaltung," so Brosz abschließend.

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