ZUK-Diskussion: Stürzt der Euro ins Bodenlose?

Wien (SK) "Ob der Euro schwach ist, ist schwer zu beurteilen. Sicher ist nur, dass er schwächer geworden ist. Weshalb ist es zu einer Abwertung gekommen? Entweder, weil das Vertrauen der Investoren fehlt, oder weil der Dollar stark ist, oder weil es spekulative Geldflüsse gibt, die nachahmend anderen gefolgt sind", erklärte Jörg Huffschmid, Professor für Politische Ökonomie an der Universität Bremen, Montag bei der Diskussion "Stürzt der Euro ins Bodenlose?" in der Wiener Zukunftswerkstätte. Peter Mooslechner, Leiter der Hauptabteilung Volkswirtschaft der Österreichischen Nationalbank, auf die Frage, ob der Euro schwach sei: "Nachdem jeder Wechselkurs nur ein relativer Preis zwischen zwei Währungen ist, kann der Euro immerhin nicht Null werden." ****

Die EU habe kein "Wirtschaftsministerium, kein Finanzministerium", also kein gemeinsames Konzept für eine Geld- und Wirtschaftspolitik, v.a. aber keine Kompetenz, eine solche auch durchzusetzen, kritisierte Huffschmid. Daher fehle es an Vertrauen der Investoren. "Die USA haben gar keine so tolle Wirtschaft. Wenn ein anderes Land ein solches Leistungs- und Handelsbilanzdefizit wie die USA hätte, dann würde der IWF schon mit seinem Köfferchen anklopfen. Das tut er aber in diesem Fall nicht - also gibt es hierfür offensichtlich außerökonomische Gründe", betonte Huffschmid. Die USA habe eine unbestrittene "politische und militärische Superposition", das bestärke Währungsanleger. Dennoch gebe es "keine Dramatik in der Abwertung des Euro", konstatierte Huffschmid.

Mooslechner stellte klar, dass der Wechselkurs in der Wirtschaftspolitik der USA oder Kanadas "keine Rolle spiele". Bei diesem Diskurs handle es sich vielmehr um ein deutsch-österreichisches Problem. Das "Schwankungsniveau" des Euro sei im historischen Vergleich nichts besonders, so Mooslechner. So hätten etwa 1985 zwei D-Mark einen Wechselkurs von etwa 0,60 Dollar gehabt, heute liege der Euro bei 0,85 Dollar, schloss Mooslechner. (Schluss) me

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