Major Franz Lang zu Gast im Ö3 "Frühstück bei mir"

Leiter der Kriminalabteilung Salzburg im Portrait

Wien (OTS) - Die Katastrophe von Kaprun hat ihn zur Schlüsselfigur gemacht, auf die die Weltöffentlichkeit blickt. Major Franz Lang von der Kriminalabteilung Salzburg, Koordinator der kriminalistischen Ermittlungen der Seilbahnkatastrophe von Kaprun, war heute, Sonntag, zu Gast im Ö3-Frühstück bei mir. Im folgenden das Interview, das Claudia Stöckl mit ihm führte.****

Major Franz Lang über seine Ehe

Claudia Stöckl: "Sie sind seit 20 Jahren verheiratet, Sie sagen immer 20 Jahre brutto und 10 netto. Wie geht denn Ihre Frau damit um, dass Sie diesen Beruf haben. Ich nehme an, man nimmt auch Einiges mit nach Hause und vor allem man ist nicht sehr oft da."

Franz Lang: "Von unserem Beruf darf man zu Hause nicht sprechen."

Claudia Stöckl: "Das ist ein Agreement unter Ihnen und Ihrer Frau ?"

Franz Lang: "Sollte man nicht sprechen. Nein, man ist großer Geheimnisträger, es werden einem sehr viele Dinge berichtet, das ist nicht für die Öffentlichkeit oder andere Leute bestimmt. Es gibt schon schwierigere Zeiten, muss ich ganz offen sagen, überhaupt wenn so große Fälle wie jetzt hier sind, dann kann ich durchaus einen halben Tag schweigen. Und ich nehme mir das Recht heraus, das zu tun. Es ist natürlich belastend."

Claudia Stöckl: "Sie kommen nach Hause und sagen nichts und sprechen mal ein paar Stunden nicht ?"

Franz Lang: "Ich sage "Hallo, wie geht’s? Wie war der Tag?" usw. aber schon die Frage ist sehr kurz, und dann ziehe ich mich irgendwo zurück und versuche, einmal das alleine für mich zu verarbeiten. Es ist für die Umgebung und die Familie sicher schwierig. Auf der anderen Seite muss man ganz bewusst sehen, dass man, wenn man zu Hause ist, wirklich intensiv zu Hause sein soll. Bei uns im Job ist es so, dass man im Prinzip nie sicher sein kann, dass man wirklich Freizeit hat. Irgendwo läutet das Telefon und dort und dort ist etwas Großes passiert und man springt ins Auto und fährt hin und der Job geht weiter."

Claudia Stöckl: "Wie lebt jetzt Ihre Frau damit? Hat Sie da jemals geklagt?"

Franz Lang: "Manchmal wäre es Ihr sicher lieber, wenn ich ein geregeltes Leben hätte und auf der anderen Seite glaube ich ist es auch nicht schlecht, wenn man manchmal getrennte Zeiten hat, dass man sich wieder freut."

Claudia Stöckl: "Sie haben ja zwei Söhne, die sind schon erwachsen, fast 20 und 18. Haben Sie Ihre Kinder besonders streng erzogen, weil Sie ja wissen, was draußen alles warten kann? Also sie sind sicher viel, viel mehr mit den Gefahren des Lebens konfrontiert."

Franz Lang: "Also, ich bin ein absolut schlechter Erzieher, ich glaube nicht, dass ich jemals Schranken gesetzt habe. Man erreicht im Gespräch, überhaupt im Pubertätsalter, viel, viel mehr, als sonst irgendwas. Diese Methode ist auch durchaus gelungen, also, ich bin bei meinen beiden Söhnen wirklich zufrieden wie sie mit Alkohol umgehen, sie können überall hingehen, überall rein in jede Party, das ist wichtig, Pubertät und Jugend muss man ausleben. Ist bei mir auch so gewesen und es ist viel besser, Erfahrungen zu sammeln und kleine Fehler zu machen, viele kleine Fehler die immer wieder gut werden, als nie kleine Fehler zu machen, weil man keine Gelegenheit dazu bekommt und dann zum ersten Mal Gelegenheit hat und den großen zu machen. Bewusst mit Gefahren umgehen können ist das Geheimnis der Erziehung."

(Fortsetzung)

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