FORMAT: Androsch haftet bei Lenzing-Kauf privat mit 700 Millionen

Lenzing soll Nummer eins der Welt werden, Vorstand bekommt Rute ins Fenster gestellt

Wien (OTS) - Hannes Androsch, 62, hat in seinem letzten Angebot
für die Lenzing AG eine Haftung mit seinem Privatvermögen über 700 Millionen Schilling übernommen. Damit ist nun fix, daß er den Zuschlag von der Bank Austria für den Faserkonzern bekommen wird. In einem Interview für das Montag erscheinende Nachrichtenmagazin FORMAT bestätigt der Ex-Minister: "Meine Privatstiftung hat eine Garantie über diese Summe abgegeben. Ich wollte den Prozeß beschleunigen und bin bereit, ins Risiko zu gehen. Das zeigt, daß ich an Lenzing glaube." Androsch meint, "daß zwar noch Formalitäten zu erledigen sind", ist laut FORMAT aber sicher, daß die Sache für ihn gelaufen ist.

Notwendig wurde die private Haftung über 700 Millionen durch den Ausfall der Deutschen Bank als Financier der Lenzing-Übernahme. Den größten Teil der rund 4,3 Milliarden Schilling Gesamtpreis finanziert Raiffeisen Oberösterreich.

Im FORMAT-Interview nennt Androsch das klare Ziel, "mit Lenzing die Nummer eins der Welt zu werden. Derzeit liegen wir knapp hinter Birla aus Indien." Den Investitionsbedarf für die Expansion am Standort Lenzing und für eine Vervierfachung der Produktion im burgenländischen Lyocell-Werk beziffert Androsch mit "100 Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren", knapp 1,4 Milliarden Schilling. Androsch will auch das Marketing deutlich verstärken.

Dem Lenzing-Vorstand, von dem immer wieder interne Streitigkeiten kolportiert werden, stellt Androsch die Rute ins Fenster. FORMAT zitiert: "Ich habe den Herren gesagt, daß sie erfolgreich arbeiten, ich aber die Unstimmigkeiten der Vergangenheit nicht mehr akzeptiere, sondern mir ein Team wünsche. Diesbezügliche Gespräche werde ich mit jedem einzelnen führen." Die Folien-Tocher Lenzing Plastics will der Industrielle rasch an die Börse bringen. Die übrigen Konzernbereich, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sollen "als Notpolster" vorderhand gehalten werden.

Mit dem Kauf von Lenzing verdoppelt Androsch den Umsatz seiner Unternehmensgruppe auf über 14 Milliarden Schilling und beschäftigt 7.000 Mitarbeiter.

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