Format: ORF-Intendant Gerhard Weis sieht "Bestand des ORF gefährdet" - Milliarden an Werbeeinnahmen gefährdet

Medienstaatssekretär Morak im FORMAT-Interview gegen ORF-Privatisierung

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, sieht ORF-Generalintendant Gerhard Weis "den Bestand des ORF" durch die Europäische Union gefährdet. In einem internen Brief an EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti vom Oktober dieses Jahres spricht Weis sogar von "einer Katastrophe". In der EU wird derzeit ein Vorschlag von Wettberwerbskommissar Monti diskutiert, wonach der Anteil von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten am Gesamtwerbemarkt eines Landes 15 Prozent nicht übersteigen darf. Derzeit hält der ORF rund 19 Prozent am Werbemarkt in Österreich. Noch bedrohlicher für den ORF ist ein weiterer Monti-Plan, daß der Anteil der Werbeinnahmen an der Gesamtfinanzierung öffentlich-rechtliche Anbieter, wie der ORF einer ist, in Zukunft nur noch zwanzig 20 Prozent betragen dürfte. Derzeit finanziert sich der ORF zu 50 Prozent aus Werbeeinnahmen. Damit würde die EU das ORF-Budget um drei Milliarden Schilling beschneiden. Wörtlich schreibt Weis: "Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in kleineren Märkten, nicht nur in Österreich, in denen die Abhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Veranstalter vom Werbemarkt wesentlich höher ist als in größeren Ländern, hätte diese Richtlinie dramatische Konsequenzen ... Eine Maßnahme, die die willkürliche Limitierung der Werbeeinnahmen vorsieht, wäre für uns schlicht eine Katastrophe." Wie FORMAT weiter berichtet, soll der Monti-Vorschlag am Donnerstag in der Sitzung der EU-Kulturminister beraten werden.

Morak im FORMAT-Interview gegen ORF-Privatisierung

In einem Interview mit FORMAT bestätigt Medienstaatssekretär Franz Morak die EU-Pläne und präzisiert seine Pläne für die von der Bundesregierung geplante Medienenquete, die laut Morak am 17. Jänner stattfinden soll. Morak: "Diese Enquete hängt auch mit der derzeitigen EU-Diskussion zusammen. Alle großen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter aus ganz Europa werden hier diskutieren". Zur Plänen, den ORF teilweise zu privatiseren sagt Morak: "Ich glaube, daß es überhaupt kein Thema gibt, über das man nicht reden kann. Ich kann mir eine Privatisierung nur nicht vorstellen." Weiters sagt Morak: "Wir haben eben dort bereits 3000 Mitarbeiter, und wir haben einen traditionellen Markt in diesem Bereich, der darauf zurückgeht, daß die Werbung in ORF 1 und ORF 2 durchgeschaltet ist. Daher resultiert auch die Finanzkraft des ORF. Wenn wir jetzt sagen, wir privatisieren, dann ist es ja nicht die Hälfte weniger, sondern viel mehr, weil die Reichweiten weniger werden. All diese Rechnungen sind daher nicht richtig." Das geplante ORF-Gesetz und Privat-TV-Gesetz will Morak gleichzeitig im Frühjar dieses Jahres vorlegen. Morak: "Ich glaube, daß man hier den Markt zwischen den Privaten und dem ORF koordinieren muß".

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