Symposium "Bridging Old and New Media" im ORF-Zentrum Wien

Commission on Radio and Television Policy untersucht Auswirkungen des Internets auf den Journalismus

Wien (OTS) - Journalisten, Führungskräfte aus dem Medienbereich und Entscheidungsträger der Medienpolitik aus Europa und den Vereinigten Staaten diskutierten am Freitag, dem 17. November 2000, im ORF-Zentrum Wien im Rahmen des zweitägigen Jahrestreffens der Commission on Radio and Television Policy: Central and Eastern Europe (17. und 18. November 2000) Chancen und Risken des Internets für die Berichterstattung.

Informationen ohne Angabe von Quellen, Haßschriften und Einschränkungen durch die Regierungen waren einige der Themen, mit denen sich die Teilnehmer der Commission beschäftigten. Sie zeigten sich jedoch auch optimistisch, dass das Internet der Öffentlichkeit mehr und bessere Nachrichtenquellen zur Verfügung stellen könne.

"Nachrichten können auf völlig neue Weise aufbereitet werden, unter Verwendung der unterschiedlichsten Arten von Quellen sowie Kombinationen von visuellen, graphischen und textlichen Mitteln", erklärte dazu die Co-Vorsitzende der Commission, Ellen Mickiewicz, Leiterin des DeWitt Wallace Center for Communications and Journalism an der Duke University in den Vereinigten Staaten. "Die Öffentlichkeit hat heute die Möglichkeit, die Welt besser zu verstehen als in der Vergangenheit. Die Chancen des Internets sind jedoch bedingt durch die Integrität der Journalisten und die Meinungsfreiheit. Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich unsere Zusammenkunft."

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Mitglieder der Commission dem Problem der journalistischen Glaubwürdigkeit im Internet sowie der Frage, wie und durch wen diese sichergestellt werden soll.

Co-Vorsitzender Dr. Erhard Busek, Leiter des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) und Beauftragter der Bundesregierung für die Erweiterung der EU zu den Gesprächen des ersten Symposiums-Tages: "Eine abschließende Analyse ist bei einem in einer stürmischen Entwickung befindlichen Medium noch nicht möglich, jedenfalls wurde aber die Verfügbarkeit von Information bedeutend erhöht. Erfahrungen aus Krisengebieten wie Bosnien und Jugoslawien, aber auch aus anderen Gebieten zeigen, dass die Freiheit der Information eine neue Qualität erhalten hat. Ein neues Medium fördert auch die jungen Journalisten, weil diese nicht nur die technischen Möglichkeiten, sondern auch die sprachlichen Notwendigkeiten besser beherrschen. Offen sind die ethischen Fragen, weil eine gesetzliche Kontrolle zweifellos schwieriger ist. Damit sind nicht nur Fragen des Urheberrechts, sondern auch der Auseinandersetzung mit Terrorismus und Extremismus berührt. Es bleibt wie bei allen Möglichkeiten des Menschen die Frage, wie das neue Medium Internet benutzt wird."

Die Commission on Radio and Television Policy wurde 1990 vom ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter gegründet, um die Rolle der freien Presse in den demokratischen Gesellschaften zu fördern. Anfangs konzentrierte sich die Arbeit der Commission auf medienpolitische Fragen in den Vereinigten Staaten und Westeuropa, bald wurde ihr Arbeitsbereich auf die neuen Mitglieder aus Mittel-und Osteuropa ausgedehnt.
Die Commission wird unterstützt durch das DeWitt Wallace Center for Communications and Journalism an der Duke University, den ORF, das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), die American Austrian Foundation, durch die Stadt Wien, das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Inforoom
Gerhard Bollardt
Tel.: (01) 87878-12228, 0664/627 80 43

ORF-Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOA/GOA