Jahrestagung "Natura 2000 in Österreich"

Schlögl und Plank zu Naturschutz und Landwirtschaft

St.Pölten (NLK) - Bei der heute in St.Pölten abgehaltenen Jahrestagung "Natura 2000 in Österreich" referierten neben Umweltlandesrat Wolfgang Sobotka auch Landeshauptmannstellvertreter und Naturschutzreferent Mag. Karl Schlögl und Agrar-Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank.

Schlögl appellierte, gemeinsam mit Vorurteilen aufzuräumen. Sein Anliegen sei eine breite Diskussion zwischen Betroffenen, Landwirtschaft, Wirtschaft und Naturschutz. Im Idealfall soll Natura 2000 in Niederösterreich wesentliche Grundlage für den Erhalt des europäischen Naturerbes und wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im ländlichen Raum sein. Zudem seien Natura 2000-Gebiete keine Naturschutzgebiete, in denen keinerlei Eingriff erlaubt sei, geboten sei aber eine integrative Abstimmung zwischen Ökologie und Ökonomie.

Zur Präzisierung der Gebietsmeldungen führte Schlögl aus, dass bei 10 von 19 nominierten Regionen eine Trennung in ein Vogelschutz- und ein kleineres Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiet vorgenommen wurde, wodurch die FFH-Nominierungen um etwa ein Drittel auf ca. 20 Prozent reduziert wurden. Die Daten für eine Gebietskulisse der alpinen FFH-Gebiete sollen mit Ende 2000, jene für eine Gebietskulisse im Bereich der kontinentalen FFH-Gebiete nach Kartierung der richtlinienrelevanten Lebensräume Ende 2001 vorliegen. Allein die Präzisierung auf Basis wissenschaftlich erarbeiteter Fakten sei für die EU akzeptabel.

Plank verwies darauf, dass Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam in Niederösterreich seit Jahrzehnten viel bewegt hätten. Dass in Niederösterreich ein großer Teil der Landesfläche offensichtlich als Schutzzone geeignet sei, sei ein Indiz dafür, dass der Naturschutz bereits bisher nachhaltig in die Landwirtschaft eingebunden worden sei. Die Natura 2000-Grundziele würden von der Landwirtschaft auch voll anerkannt und mitgetragen, allerdings müsse die Landwirtschaft auch in dem Dialogverfahren für die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen für Managementpläne eine entscheidende Rolle spielen, ansonsten wäre das Grundziel, dass Natura 2000 ein Anliegen der gesamten Bevölkerung darstelle, nicht zu erreichen.

Für ihn, so Plank weiter, sei Natura 2000 ein Herzeigebeispiel für den Vertragsnaturschutz, allerdings spiele dabei nicht nur die Frage der Finanzierung eine zentrale Rolle, sondern auch jene des Klimas, des Ablaufes und der Dauer von Bewilligungsverfahren, der Zahl nötiger Gutachten etc. Das Gefühl, dass mit Sorgfalt sowohl die Ziele umgesetzt als auch die Anliegen der Betroffenen wahrgenommen werden, sei seiner Meinung nach in Niederösterreich derzeit noch nicht vorhanden. Ziel müsse es hier sein, dass in etwa vier Jahren jedermann überzeugt sei, dass Natura 2000 von unschätzbarer Bedeutung für die nächsten Generationen sei.

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