GKK: "Falscher Sündenbock" - "Politik muss auf Einnahmen-Ausgaben-Situation Rücksicht nehmen!"

Klagenfurt (OTS) - Die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung zählt zu den vorrangigsten Anliegen der sozialen Krankenversicherung. Dabei sind die Veränderungen am Arbeitsmarkt wie bei der Versichertenstruktur genauso zu beachten, wie die Beitragseinnahmen, die Leistungsvielfalt und die Kostenexplosionen in jeglichen Bereichen, betont Obmann Helmut Pansi und verweist auf ein ständiges Anwachsen der notwendigen Geldmengen.

Ebenso ist zur Kenntnis zu nehmen, dass zwar Vollbeschäftigung herrscht, gleichzeitig aber der Anteil an Teilzeitbeschäftigten weiter zunimmt und die Kärntner Gebietskrankenkasse daher mehr an Leistungen aufzuwenden hat als sie an Beiträgen einnimmt, da diese alleine vom Gesetzgeber festgelegt werden und europaweit die niedrigsten sind!

Daher erwartet der Kärntner Kassenobmann ein entsprechendes Verständnis von allen Vertragspartnern, eine aktive Mitwirkung aller Leistungserbringer an vertretbaren Sparmaßnahmen sowie eine Rücksichtnahme der Politik auf die Einnahmen und Ausgaben-Situation der Kasse!

GKK ist "fremdbestimmt"

Die Kärntner Gebietskrankenkasse als überwiegendst fremdbestimmte Einrichtung hat weder auf der Einnahmen- und nur im geringen Ausmaß auf der Ausgabenseite eigene Gestaltungsmöglichkeiten:

Die Kostenexplosionen im gesamten Gesundheitswesen resultieren aus:
- Arbeitsmarktentwicklungen
Weiterer Anstieg von Teilzeitkräften, die bei reduzierter Beitragsleistung vollen Leistungszugang haben. Zusätzlich ist die Zahl der geringfügig Beschäftigten in Kärnten im jährlichen Durchschnitt auf 10.000 angewachsen.

  • Versichertenstruktur
  • Die Kärntner Kasse betreut 420.000 Versicherte, wovon ca. 150.000 Ange-beitragsfrei mitversichert sind.
  • Für die Gruppe der Pensionisten und deren Angehörige wird jährlich um 1,6 Milliarden Schilling mehr an Versicherungsleistungen aufgebracht, als diese an Beitragsleistungen aufbringen können. So steigerte sich von 1998 auf
  • 1999 der Nettomehraufwand um 200 Millionen Schilling - das zeigt eine sichtbare Solidarität unter den Versicherten!
  • Höchster Anteil an Ausgleichszulagenbeziehern österreichweit

- Zweitniedrigste Beitragseinnahmen österreichweit
Während die Beitragseinnahmen der KGKK 1999 um 3 % anstiegen, erhöhten sich die Versicherungsleistungen um 5,8 %. Dies hat zwangsläufig dazu geführt, dass die Kärntner Gebietskrankenkasse 1999 einen Abgang von 238 Millionen Schilling verzeichnen musste. Damit lag die Kärntner Kasse an vorletzter Stelle bei den Beitragseinnahmen im Österreichvergleich.

- Politische Entscheidungen
Ebenso wirkten sich politische Entscheidungen negativ auf die Kasse aus. Beispiel Lehrlingsförderung: durch den Entfall von Sozialversicherungsbeiträgen ersparten sich Österreichs Lehrbetriebe im Vorjahr ca. 770 (!) Millionen Schilling. Für die KGKK bedeutete dies einen Einnahmenentfall von ca. 27 Millionen Schilling.

- Kostenexplosionen im Gesundheitswesen, die finanziell zu bewältigen bzw. von der Kasse selbst nicht direkt zu beeinflussen waren und sind.

Dies ergab folgende Steigerungen bei den größten Aufwandspositionen 1999 für

Anstaltspflege 1,8 Milliarden Schilling (+ 4,8 % zu 1998) Ärztliche Hilfe 1,4 Milliarden Schilling (+ 2,1 % zu 1998) Medikamente 1,2 Milliarden Schilling (+15,3 % zu 1998)

(Z.B. Medikamente: ca. 13 % Steigerung jährlich - hingegen lag die jährliche Teuerungsrate zwischen 1,3 und 1,5 %.)

Für GKK-Obmann Helmut Pansi ergeben sich daher folgende Forderungen und Grundsätze:

Die Selbstverwaltung garantiert die Solidarität als Grundprinzip

Die Selbstverwaltung, die aus Vertretern der Beitragszahler selbst zusammengesetzt ist, garantiert die Solidarität ebenso wie eine effiziente Versichertennähe. Eine Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger, noch dazu politisch motiviert, würde zu einem "Kassen-Moloch" in Wien führen!

Solidarität muss im Mittelpunkt stehen

Nur das System der Pflichtversicherung garantiert die Solidarität unter den Generationen sowie zwischen Gesunden und Kranken und sichert somit das hohe Versorgungsniveau. Vor allem sozial Schwächeren und kranken Menschen wird damit die medizinische Versorgung ohne Unterschiede der sozialen Herkunft oder des Einkommens garantiert! Dieses Konzept der Solidarität muss voll aufrechterhalten werden, da der Anteil der älteren Bevölkerung ständig steigt und es auch zu keiner "Zwei-Klassen-Medizin" kommen darf.

Pflichtversicherung muss beibehalten werden

Als größte Gefahr für die funktionierende Solidarität und Leistungssicherheit sieht Pansi ein politisch motiviertes Abgehen von der Pflichtversicherung hin zu einer Versicherungspflicht, die auch gerade für die Kärntner Versicherten von größtem Nachteil wäre.

Innovative GKK

Die Kärntner Gebietskrankenkasse arbeitet in ihrem eigenen Bereich nach modernen Managementmethoden und an laufenden Optimierungsprozessen, die nicht nur die Anliegen der Kasse verfolgen, sondern auch die Kasse in ihrer Funktion als "Dienstleister" bestärken. Ein Cashmanagement und ein Controlling wurden bereits eingeführt, ein eigenes Leitbild entwickelt und Entbürokratisierungsmaßnahmen (z.B. im Ärztlichen Dienst) eingeleitet. Im nächsten Jahr werden auch Maßnahmen zur Anwendung eines qualitativ vertretbaren Programmes zur Reduzierung der "Steigerung der Medikamentenkosten" ähnlich wie bei der OÖ GKK eingeleitet werden (Medicom).

Alle diese punktuellen Wirkungen führen jedoch für Dir. Mag. Alfred Wurzer an den Kernproblemen der Strukturveränderungen und der Kostenexplosionen nicht vorbei, die stärkere Berücksichtigung finden werden müssen.

Vergleicht man die heimische Krankenversicherung mit dem benachbarten Ausland, so zeigen sich für Dir. Mag. Alfred Wurzer eindeutig die Vorteile unseres bewährten und solidarischen Systems. In Deutschland haben die eingeleiteten "Wahlmöglichkeiten" zu Selektionsvorgängen sowohl durch die Versicherungen wie zu einem "Aufweichen" der Solidarität geführt. Wurzer weist hier auf weitere aktuelle Erfahrungswerte in Deutschland hin: Da die Bandbreite der Krankenversicherungsbeiträge zwischen 12 und 15 % liegt, haben auch die Betriebe ein "Interesse" daran, dass ihre Arbeitnehmer beitragsgünstigere Versicherungen auswählen. Dies hat zu weiteren Belastungen für die gesetzlichen Krankenversicherungen geführt, die bekanntlich alle Krankheits- und Altersrisken zu tragen haben.

Für die Kärntner Kassenverantwortlichen, die innovativen Prozessen aufgeschlossen gegenüber stehen, stellen die derzeitigen Maßnahmen und Selbstbehalte nur punktuelle Lösungen dar. In Anbetracht der Geldmengen, der Altersentwicklungen sowie der Kostenschübe, wird der Gesetzgeber um eine moderate und gerechte Beitragsanhebung nicht umhin kommen!

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