FSG-Frauen lehnen Beschluss zur Gemeinsamen Obsorge ab

Schwerer Rückschritt im Kindschaftsrecht

Wien (FSG). Der Beschluss zur Gemeinsamen Obsorge sei voreilig und überfahre die wirklich Betroffenen, kritisierte heute die FSG-Frauenvorsitzende Erika Nussgraber-Schnabl die Entscheidung des Justizausschusses. Nussgraber-Schnabl: "Bevor die AlleinerzieherInnen und alle anderen, die es angeht überhaupt wissen, wie ihnen geschieht, ist die Diskussion auch schon wieder abgeschlossen und die Gemeinsame Obsorge, obwohl sie umstritten ist, 'beschlussfähig'. Es wäre wirklich angebracht, ein Thema, das so viele Menschen betrifft, breiter zu diskutieren", forderte die FSG-Frauenvorsitzende.++++

Eine Scheidung sei an sich schon kein erfreulicher Vorgang. Mit der Gemeinsamen Obsorge werde der Druck auf die Frauen nach der Scheidung aber ins Unerträgliche gesteigert. "Für die Kinder wird es zunehmend unklarere Verhältnisse geben", erklärte Nussgraber-Schnabl. "Bei allen Entscheidungen zur Zukunft des Kindes muss ein Konsens der Geschiedenen gefunden werden. Gerade bei schwierigen Scheidungen werden damit Streitereien weiter angefacht."

Auch als finanzielles Druckmittel eigne sich die Gemeinsame Obsorge bestens, beklagte Nussgraber-Schnabl. "Manche Auswirkungen dieser umstrittenen Änderung des Kindschaftrechtes sind noch gar nicht abzusehen. Ganz sicher wird sie Frauen einmal mehr in ihrer wirtschaftlichen Selbstständigkeit gefährden. Deshalb mein Appell:
Kein voreiliger Beschluss bei einer Änderung, die für die Betroffenen derart negative Folgen hat", forderte Nussgraber-Schnabl abschließend. (hk)

FSG, 17. November 2000
Nr. 178

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Heidemarie Kargl
Telefon: (01) 534 44/222 DW
Fax: (01) 533 52 93

FSG-Frauen

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGS/NGS