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Klagenfurt (OTS) - Neue "Kärntner Zageszeitung" Kommentar: Geschenkte Munition=

Utl.: Ausgabe vom 17. Nov. 2000=

Beim Sonderparteitag in Villach hat Jörg Haider
die Jagdsaison eröffnet. Doch dass seine Jagdgesellschaft so schnell drauflos ballern wird können, hatte nicht einmal der Oberschütze sich träumen lassen. Nach der überraschenden Aufhebung der Suspendierung seines Leibwächters Horst Binder gab es kein Halten mehr. Die wilde Jagd brach vehementer los, als in den Tagen zuvor. Aufs Korn geommen wurden einmal mehr der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit, der Oberstaatsanwalt und der Erste Staatsanwalt. Keine schlechte Trophäenwahl.
Ist die Aufhebung der Suspendierung Binders auch nur eine dienstrechtliche Maßnahme, die nichts über die weiteren Ermittlungen der Sonderkommission in der Causa Binder aussagt, so verleiht sie Haider doch genau jenen Schwung, den die Durchhalteparolen am Parteitag allein nie bieten hätte können. Schon geht die FPÖ mit der Behauptung hausieren, die Spitzelaffäre bräche in sich zusammen. Munition für den "ultmativen Gegenangriff".
Die Munition geliefert - Aufhebung der Suspendierung - hat der vom Polizeijuristen Arnulf Komposch geleitete Disziplinarsenat. Komposch bewirbt sich um den Posten des Kärntner Sicherheitsdirektors. Für die Berufung in dieses Amt ist die Zustimmung des Landeshauptmannes, also Jörg Haiders, notwendig. Komposch hat auch am Sonderparteitag in Villach teilgenommen. Darin einen kausalen Zusammenhang erblicken zu wollen, gestattet sich der Kommentator nicht. Doch einen Blick drauf zu werfen, mag allemal gestattet, ja notwendig sein.

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